25.01.13

Bundestagswahl

Schavan mit 96 Prozent zur Kandidatin gekürt

Solidarität in der Krise: 294 von 307 Stimmberechtigten ihres CDU-Kreisverbandes Alb-Donau/Ulm stimmten für die Bildungsministerin.

Foto: dapd
Bundesbildungsministerin Schavan kandidiert bei Nominierungsversammlung ihres CDU-Kreisverbands
Bundesbildungsministerin Schavan bei der Nominierungsversammlung des CDU-Kreisverbands Alb-Donau Ulm

Ulm. Die wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck stehende Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) tritt mit voller Rückendeckung ihres Heimatwahlkreises als Bundestagskandidatin an. Am Freitagabend stimmten 96 Prozent der Delegierten des CDU-Kreisverbands Alb-Donau/Ulm für die 57-Jährige. Das waren 294 von 307 Stimmberechtigten. Bei der Nominierung hatte Schavan keine Konkurrenz. Beim letzten Mal war Schavan mit 57 Prozent der Stimmen als Direktkandidatin für den Bundestag nominiert worden.

Zuvor hatte Schavan ihre Partei um Vertrauen gebeten. Sie steht wegen ihrer Doktorarbeit unter Druck. "Ich habe nicht abgeschrieben und schon gar nicht getäuscht", sagte Schavan vor dem Kreisverband. Sie bedankte sich für die "überwältigende Unterstützung" nach den Plagiatsvorwürfen in den vergangenen Wochen und Monaten. "Bis hin zum heutigen Tag bewegt mich das menschlich ungemein", so Schavan.

In der Plagiatsaffäre setze sie auf ein faires Verfahren der Universität Düsseldorf. Dorthin habe sie zu ihrer Verteidigung bereits eine schriftliche Erklärung geschickt, sagte Schavan. Die Universität Düsseldorf hatte am Dienstag ein Verfahren zur Aberkennung von Schavans Doktortitel eingeleitet.

Die Delegierten hatten die Ministerin mit langem Applaus auf der Nominierungsversammlung empfangen. Und Schavan begrüßte jedes Parteimitglied mit sichtlich guter Laune. Zahlreiche Medien verfolgten die Veranstaltung. Schavans Wahlkreis hat sich in der Plagiatsaffäre geschlossen hinter sie gestellt.

"Es wird eine große Solidaritätswelle geben", sagte der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags und CDU-Mitglied, Peter Kulitz, noch vor der Nominierung. Von allen Seiten gab es unterstützende Worte für die Ministerin. "Sie hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Wir sind froh, dass wir sie als Abgeordnete haben", sagte beispielsweise die Landtagsabgeordnete und frühere Sozialministerin in Baden-Württemberg, Monika Stolz. Der große Zuspruch hänge aber auch mit der Plagiatsaffäre zusammen. "Ich glaube, die Mitglieder spüren, dass hier etwas abläuft, was nicht in Ordnung ist."

Ulms Finanzbürgermeister Gunter Czisch sagte, dass sich Schavan bisher integer für ihren Wahlkreis eingesetzt habe und er sich sicher sei, dass sie auch integer in ihrer Doktorarbeit gewesen sei. "Wir wünschen Dir weiterhin Standhaftigkeit und Kraft", sagte Czisch.

(dpa)
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