16.01.13

Schavans Doktorarbeit Plagiatsvorwürfe – Gutachten hält Uni-Verfahren für korrekt

Bundeskabinett

Foto: dapd

Verfahrensführung lasse keinen Grund zur Beanstandung erkennen. Wissenschaftler und Politiker hatten heftige Kritik am Verfahren geäußert.

Düsseldorf. In der Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) bescheinigt ein Gutachten der Universität Düsseldorf ordnungsgemäßes Vorgehen bei der Überprüfung. "Die Fakultät hat die nach geltendem Recht erforderlichen Prüfungen ordnungsgemäß durchgeführt. Auch die Verfahrensführung lässt keinen Grund zur Beanstandung erkennen", heißt es in dem am Mittwoch von der Heinrich-Heine-Universität veröffentlichten Ergebnis des 22-seitigen Gutachtens, das der Bonner Wissenschaftsrechtler Prof. Klaus F. Gärditz verfasst hat. Das Gutachten hatte die Uni selbst in Auftrag gegeben. Sie befasst sich seit mehreren Monaten mit Schavans Doktorarbeit aus dem Jahr 1980.

Anlass war heftige Kritik von Wissenschaftlern und Politikern am Verfahren. Sie hatte sich vor allem daran entzündet, dass Details aus einem internen Gutachten zur Dissertation durchgesickert waren. Darin wurde der Ministerin bei ihrer Promotion eine "leitende Täuschungsabsicht" bescheinigt.

Am kommenden Dienstag tritt der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät zusammen, um über die Einleitung eines Plagiatsverfahrens zu beraten. Die Promotionskommission hatte ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels empfohlen. Die Ministerin bestreitet jede Täuschung.

((dpa))