04.01.13

Leipzig

Affäre um Spenderlebern: Patienten-Akten untersucht

Im Transplantations-Skandal in Leipzig könnte es bald neue Erkenntnisse geben. Sonderprüfer rücken an, um alle Akten auszuwerten.

Foto: dpa
Organtransplantationen: Erneut stehen Mediziner unter Druck
Organtransplantationen: Erneut stehen Mediziner unter Druck

Leipzig. Im Fall des Organspende-Skandals an der Leipziger Uniklinik sollen jetzt Sonderprüfer Hunderte Patientenakten analysieren. Das Prüfteam bestehe aus einer Ärztin und einem Juristen, sagte Prof. Hans Lilie, Vorsitzender der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, am Freitag. Sollten die Kontrolleure, die ab kommender Woche im Einsatz sind, weitere Unregelmäßigkeiten finden, können sie die Staatsanwaltschaft einschalten.

Das Universitätsklinikum hatte eingeräumt, dass in der Vergangenheit in 38 Fällen falsche Angaben gemacht wurden, um Patienten schneller zu einer Spenderleber zu verhelfen. Drei Mediziner wurden suspendiert. Die Kontrolle der mehr als 400 Patientenakten werde sich bis in den März hinziehen, sagte Lilie.

Unterdessen hat sich der medizinische Vorstand der Leipziger Uniklinik dafür ausgesprochen, eine Mindestanzahl von Operationen in den Transplantationszentren festzulegen. Das könne helfen, die Qualität zu sichern, sagte Prof. Wolfgang Fleig der "Sächsischen Zeitung" in Dresden (Freitag-Ausgabe). "Damit würde sich auch die Anzahl der Transplantationszentren in einem nennenswerten Ausmaß vermindern – und die Kontrolle zumindest erleichtert."

Patientenschützer haben den Wettbewerb unter den 47 OP-Zentren scharf kritisiert. Nicht alle seien ausgelastet, was zu einem unangemessenen Konkurrenzkampf in diesem sensiblen Bereich führe. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert, die Zahl der Transplantationszentren zu halbieren.

Kommissionschef Lilie sagte dagegen, nicht um Zahlen müsse sich die Debatte drehen sondern um den Erfolg der Zentren. "Wer sagt denn, dass einer der 70 Lebern macht, besser im Erfolg sein muss als einer, der 20 Lebern macht", erklärte Lilie. Viel wichtiger sei, das Wohlergehen der Transplantationspatienten langfristig im Blick zu behalten. Nach der OP würden sich jedoch niedergelassene Ärzte um die Patienten kümmern, der Operateur wisse gar nicht, wie es ihnen ein Jahr später geht. Lilie: "Die Nachverfolgung der Patienten ist das große Problem. Die Debatte muss darum gehen, wie wir Erfolg messen."

(dpa)
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