04.01.13

Energiewende

Altmaier gibt Atomenergie in Deutschland keine Chance mehr

Damit widersprach der Bundesumweltminister auch Günther Oettinger, der neue Atomkraftwerke in Deutschland für möglich hält.

Foto: dapd
Altmaier: Atomkraft hat in Deutschland keine politische Chance mehr
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU)

Leipzig. Für Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ist die Atomenergie in Deutschland dauerhaft keine Option mehr. "Ich sehe unter keiner denkbaren politischen Konstellation die Chance auf eine Renaissance der Kernkraft in Deutschland", sagte der Minister der "Leipziger Volkszeitung" (Freitagausgabe). Damit widersprach er auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Der CDU-Politiker hatte kürzlich gesagt, dass er neue Atomkraftwerke in Deutschland für möglich halte.

Altmaier zeigte sich zugleich davon überzeugt, dass der noch von der rot-grünen Bundesregierung versprochene Termin für ein nationales Atommüll-Endlager im Jahr 2030 trotz der Verzögerungen im Zusammenhang mit der Gorleben-Frage noch eingehalten werden könne. "Das Datum ist zu halten, wenn wir vor der Bundestagswahl ein Gesetz hinbekommen." Dieses Gesetz müsse dann von Regierung und Opposition getragen werden. "Nach der Wahl in Niedersachsen, vor Ostern, dann müssen die Entscheidungen fallen", forderte Altmaier.

Der Bundesumweltminister geht dabei weiterhin von nur einem zentralen Atommüll-Endlager in Deutschland aus. Die bisherige Endlagersuche habe darunter gelitten, dass sie in den vergangenen 30 Jahren im Streit der Parteien erfolgt sei. "Wir wollen gemeinsam und wir wollen bundesweit suchen. Es soll kein Standort privilegiert, aber auch kein Standort ausgeschlossen werden." Altmaier warnte die Atomwirtschaft vor Drohungen im Zusammenhang mit dem verfügten Erkundungsstopp für Gorleben.

Der Streitfall Gorleben

Der seit 35 Jahren währende Streit um Gorleben dreht sich vor allem darum, ob der Salzstock für die Lagerung von Atommüll auch langfristig sicher genug ist.

Bei einer neuen Suche soll daher auch noch einmal ergebnisoffen geprüft werden, ob Salz, Ton oder Granit als Wirtsgestein für die unterirdische Lagerung am besten geeignet ist.

Frankreich und die Schweiz haben sich für Ton entschieden, der als wasserundurchlässig gilt. Finnland und Schweden setzen auf Granit, der in Deutschland aber als "Außenseiter" gilt.

Geologen halten deutsche Salzstöcke für gut geeignet zur Sicherung hoch radioaktiver Abfälle. Es ist Konsens, diese in tiefen Schichten zu lagern – in Gorleben wäre es in 860 Metern Tiefe.

Salz hat den Vorteil größerer Hitzebeständigkeit. Abgebrannte Brennstäbe müssten nicht so weit auseinander gelagert werden. Zudem "fließt" Salz, es kann die Behälter einschließen.

 Die Atomindustrie geht bisher fest von einer Eignung Gorlebens aus, denn es gibt noch keinen endgültigen fachlichen Gegenbeweis.

Die Opposition sagt, Gorleben sei unter fragwürdigen Umständen und nicht nach wissenschaftlichen Kriterien Erkundungsstandort geworden.  Die Branche hat fast 1,6 Milliarden Euro in die Suche investiert.

Das Problem: Das Debakel um die Asse hat Zweifel gesät. Das Salzbergwerk bei Wolfenbüttel sollte schwach- und mittelradioaktiven Atommüll für tausende Jahre verschließen – doch nach Wassereinbrüchen ist es instabil. Der Müll soll nun für Milliarden Euro geborgen werden.

Gorleben ist aber anders als die Asse kein ausgebautes Bergwerk mit all seinen Instabilitäten, sondern "jungfräulich".

Hier bereiten aber Kohlenwasserstoff- und Gasvorkommen Sorgen. Außerdem gibt es kein durchgängiges Deckgebirge über dem Salzstock, das über mehrere Quadratkilometer hinweg das Salz gegen das Eindringen von Wasser abschirmen könnte.

Zudem konnte bisher nur ein Teil erkundet werden, weil Besitzer darüber liegender Grundstücke sich dagegen sperren.

(dpa)
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