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Deutschland

Atomkraft: Debatte um Ausstieg zusehends heftiger

CDU-Regierungschef: Krümmel ist ein Kraftwerk mit Zukunft

Günther Oettinger fordert Weiterbetrieb, "wenn die technischen Voraussetzungen stimmen". Hamburger CDU-Politiker dagegen für die Stilllegung.

Hamburg. Nach dem Störfall im Atomkraftwerk Krümmel hat sich die Debatte um die Kernenergie zugespitzt. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) wandte sich gegen generelle Zweifel an der Sicherheit von Krümmel und anderen deutschen Kernkraftwerken. "Es wäre falsch, jetzt ungeprüft die Stilllegung von Krümmel zu fordern. Wenn die technischen Voraussetzungen stimmen, ist Krümmel ein Kraftwerk mit Zukunft", sagte er dem Abendblatt.

Bedenken von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bezeichnete er als "Wahlkampfmanöver" und betonte: "Unsere Kernkraftwerke sind sehr sicher." Sollte die Union nach der Bundestagswahl mit der FDP regieren, werde sie "den Ausstiegsplan der Regierung Schröder/Trittin auf den Prüfstand stellen", kündigte Oettinger an. "Für alle Kernkraftwerke, die dem Stand der Technik entsprechen, werden wir die Laufzeitbeschränkungen aufheben." Auf die Frage, ob der Bau neuer Atomkraftwerke ausgeschlossen bleiben soll, antwortete der CDU-Politiker: "Für alle Zeiten sollte niemand Aussagen treffen. Aber für das nächste Jahrzehnt geht es nicht um Neubau, sondern um Laufzeitverlängerung." Oettinger zeigte sich überzeugt, dass die Atompolitik zu einem der "großen Wahlkampfthemen" wird.

Im Gegensatz zu Oettinger forderte der umweltpolitische Sprecher der Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion, Rüdiger Kruse, Krümmel stillzulegen. "Dieses Kraftwerk ist ein Pannenreaktor", sagte er dem Abendblatt. "Ich empfehle Vattenfall, auf den Weiterbetrieb zu verzichten." Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust, der auch umweltpolitischer Sprecher der Bundes-CDU ist, verlangte vom Betreiberkonzern rückhaltlose Aufklärung. "Sicherheit ist das wichtigste Gebot und steht vor allem. Deshalb ist es richtig, wenn beim leisesten Verdacht abgestellt wird." Beust und Umweltsenatorin Anja Hajduk (Grüne) wollen am Donnerstag mit dem Generalbevollmächtigten der Vattenfall Europe AG, Rainer Schubach, über Reaktorsicherheit und die Stromversorgung Hamburgs sprechen.

Der von der Krümmel-Panne ausgelöste Stromausfall hatte in der Hamburger Wirtschaft große Verärgerung ausgelöst. Beim Kupferhersteller Aurubis ist der Schaden "gut sechsstellig". Auch andere Unternehmen bringen ihren Unmut zum Ausdruck. "Wir haben gegenüber Vattenfall noch mal eindeutig klargemacht, dass wir die Lage so nicht akzeptieren können", sagte Lutz Bandusch, Werksleiter der Stahlwerke ArcelorMittal.gau/dey/vlvet

 

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