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Deutschland

Wahlergenisse

Reaktionen: Frust bei den großen Parteien

Das Wahlergebnis tauchte Hamburgs Spitzenpolitiker in ein Wechselbad der Gefühle - auch die Flucht in Allgemeinplätze half nicht weiter.

"Wir sind mit dem Bundesergebnis nicht zufrieden", so SPD-Landeschef Ingo Egloff, "aber das Hamburger Ergebnis macht uns Mut für die Bundestagswahl." Die CDU sei, so Egloff, massiv eingebrochen, weil sie zu wenig Wahlkampf gemacht habe. "Dagegen steht der großartige Einsatz unseres Kandidaten Knut Fleckenstein, der seit Anfang April mit 135 Veranstaltungen geworben hat", sagte Egloff. Zugleich sei das Ergebnis laut Egloff aber auch Quittung für die "verfehlte Senatspolitik", vor allem für die Schulpolitik.

CDU-Landeschef Michael Freytag blieb allgemein und ging nicht auf das im Vergleich zur vergangenen Europawahl schwache Abschneiden seiner Partei ein. "Die CDU bleibt klar die Nummer eins in Hamburg, aber es ist enttäuschend, dass in unserer weltoffenen Stadt zwei Drittel der Wähler ihre Stimme verweigern", kommentierte Freytag die geringe Wahlbeteiligung. Das stehe im krassen Gegensatz zur großen Bedeutung der europäischen Gesetzgebung auf Hamburgs Alltag. "Die Parteien haben die Wähler nicht erreicht", so Freytag.

FDP-Landeschef Rolf Salo zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: "Die Liberalen sind und bleiben eine feste Größe in Europa." Zur niedrigen Wahlbeteiligung in Hamburg sagte Salo: "Nicht wählen ist keine Lösung in einer Demokratie. Für uns Politiker heißt es jetzt: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Bis 2014 muss es gelingen, den Menschen noch besser zu vermitteln, dass die Zukunft in Europa liegt." Der FDP-Bundestagsabgeordnete Burkhardt Müller-Sönksen bilanzierte, Hamburgs CDU habe die Quittung für ihre "völlig verfehlte Schulpolitik" erhalten.

"Hoch zufrieden" zeigte sich GAL-Landeschefin Katharina Fegebank. "In der absoluten Wählergunst haben wir sogar noch mehr Stimme geholt als bei der vergangenen Bürgerschaftswahl." "Dabei gehörten wir zu den wenigen, die sich im Wahlkampf wirklich ganz auf Europa, nicht auf den Bund, konzentriert haben." Zum schwachen Abschneiden ihres Koalitionspartners äußerte sie sich knapp: "Bei der CDU gab es im gesamten Bundestrend Verluste, das hat offenbar auch auf das Hamburger Ergebnis durchgeschlagen." Im Übrigen müsse die CDU nun selbst das Ergebnis aufarbeiten.

Sabine Wils, Spitzenkandidatin der Hamburger Linken, zeigte sich mit dem Hamburger Ergebnis sehr zufrieden, "im Bund hätte allerdings noch einiges mehr drin sein können". Das relativ gute Abschneiden der Hamburger Linken sei auf die erfolgreiche Arbeit der Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft zurückzuführen.

Im Internet unter www.abendblatt.de finden Sie alle Ergebnisse aus den Hamburger Wahllokalen.

 

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