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Deutschland

Noch 3 Tage bis zur Europa-Wahl

Spitzenleute kaum bekannt

Die Europa-Spitzenkandidaten der großen Parteien sind für die meisten Wähler in Deutschland Unbekannte: In einer Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" konnten nur wenige Bürger die Namen der Erstplatzierten von CDU und SPD nennen.

Der CDU-Spitzenkandidat Hans-Gert Pöttering.
Foto: Jens Koch

Hans-Gert Pöttering, den die CDU auf Platz eins gesetzt hat, kannten nur zwei Prozent der Befragten. Dass Martin Schulz die SPD-Liste anführt, wussten nur sechs Prozent. Am besten schnitt die FDP-Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin ab, die 13 Prozent der Wähler auf Anhieb nennen konnten. Linken-Kandidat Lothar Bisky war sechs Prozent der Befragten bekannt, den Namen von Grünen-Spitzenmann Reinhard Bütikofer konnten vier Prozent spontan nennen.

Einen Tag vor der Europa-Wahl in Großbritannien hat die britische Ministerin für Regionen, Hazel Blears, im Zusammenhang mit der Spesenaffäre ihren Rücktritt erklärt. Auch Innenministerin Jacqui Smith will bei einer Kabinettsumbildung ihren Platz frei machen. In Großbritannien und Irland wird bereits heute gewählt, weil dort der Donnerstag der traditionelle Wahltag ist. Auch die Niederlande wählen heute.

Mit einer ungewöhnlichen Wahlbotschaft aus dem Weltall will das Europaparlament den Sinkflug bei der Wahlbeteiligung stoppen. In einer Videobotschaft aus der Internationalen Raumstation ISS rief der belgische Astronaut Frank de Winne alle Bürger auf, sich am Sonntag an der Europawahl zu beteiligen. "Europa sieht von hier oben geeint und großartig aus", sagt de Winne. Der Belgier war vor einer Woche vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All gestartet.

Einer von 20 Europäern hat in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal ein Bestechungsgeld bezahlt. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation Transparency International (TI) in ihrem diesjährigen "Korruptionsbarometer". Als besonders anfällig für Korruption erwiesen sich etwa Griechenland, Ungarn und Rumänien. Hier liegt die Quote der Schmiergeldzahler bei bis zu 22 Prozent. In Litauen maß TI sogar eine Bestechungsrate von 30 Prozent. Deutschland und Frankreich wurden aus technischen Gründen nicht untersucht.

Wegen eines als antisemitisch empfundenen Wahlkampfs der österreichischen FPÖ hat der deutsche SPD-Politiker Martin Schulz FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache scharf angegriffen. "Auch wenn ich damit ein Gerichtsverfahren riskiere. Dieser Mann ist für mich ein Nazi", sagte Schulz der "Financial Times Deutschland". Die FPÖ-Kampagne spreche die Sprache des Dritten Reiches. Schulz ist Spitzenkandidat der SPD.

Sie wollen etwas zur Wahl oder zur EU generell wissen? Fragen Sie Marlies Fischer, die Europa-Expertin des Hamburger Abendblatts. Sie beantwortet bis zum Freitag Ihre Fragen zum Wahlmarathon in Europa, zu den Kandidaten, zur Bedeutung der Europäischen Union (EU). Schicken Sie uns Ihre Fragen bitte online, nennen Sie Ihren Namen, und geben Sie Ihre Mailadresse an. Wir sammeln dann die Fragen und stellen sie mit den Antworten online.

www.abendblatt.de/politik

 

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