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Ausland

Zahlreiche Aufständische getötet

Neue Militäroffensive gegen Taliban in Pakistan

Pakistanische Sicherheitskräfte haben eine neue Großoffensive gegen Kämpfer der radikal-islamischen Taliban in der unruhigen Nordwest- Grenzprovinz begonnen: Am Wochenende griffen Bodentruppen, unterstützt von Kampfhubschraubern, Stellungen der Extremisten im Distrikt Dir an, der an das Swat-Tal angrenzt.


Foto: AP

Islamabad. Bei der Aktion seien "zahlreiche Aufständische" getötet worden, darunter ein Kommandeur der Taliban, hieß es. Auch ein Soldat sei ums Leben gekommen. Bei der Explosion von zwei Sprengsätzen in der Region kamen zudem mindestens 16 Menschen ums Leben, darunter zwölf Kinder.

Zuletzt hatten mehrere westliche Regierungen Pakistan aufgerufen, konsequent gegen die Extremisten im Grenzgebiet zu Afghanistan vorzugehen. Auch Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) forderte in der "Bild"-Zeitung (Samstag) einen harten Einsatz gegen die Taliban. Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt (CSU) äußerte sich in der Zeitung ebenfalls besorgt über die Lage in Pakistan: "Wenn die Taliban Massenvernichtungswaffen in die Hände bekommen, wird die Situation in der ganzen Region unkalkulierbar." Das größte Problem seien die Rückzugsräume im Grenzgebiet, erklärte SPD-Fraktionschef Peter Struck in der "Rheinischen Post" (Samstag). Daher müsse Pakistan "enger mit den USA zusammenarbeiten".

Bereits am Freitag hatten sich die USA besorgt über den Vormarsch der Taliban in Pakistan gezeigt. Nach Abschluss eines umstrittenen Friedensabkommens mit dem Taliban im Swat-Tal und der vorübergehenden Einnahme des angrenzenden Distrikts Buner hatte US-Außenministerin Hillary Clinton der Regierung in Islamabad vorgeworfen, vor den Taliban zu kapitulieren. Pakistans Armeechef Ashfaq Pervez Kiani erklärte dagegen, die Streitkräfte seien "entschlossen, Extremisten auszuschalten, die die Autorität des Staates herausfordern". Die halbautonomen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan und Teile der Nordwest-Grenzprovinz gelten als Hochburg der Taliban.

Bei der Explosion einer Bombe, die wie ein Ball aussah, kamen im Distrikt Dir unterdessen zwölf Kinder ums Leben. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, detonierte die "Spielzeugbombe", als die Kinder den Sprengsatz ankickten. Drei weitere Kinder wurden verletzt. Die Opfer seien zwischen vier und 13 Jahren alt. Acht der getöteten Kinder gehörten derselben Familie an. Ob es ein Unfall war, oder ob jemand den Kindern absichtlich den Sprengsatz zum Spielen gab, war nicht geklärt. Weiter starben in der halbautonomen Stammesregion Nord-Waziristan sechs Mitglieder einer Familie bei der Explosion einer Handgranate in einem Geländewagen, darunter vier Kinder.dpa

 

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