Samir Kuntar - Terrorist, Mörder und Soziologe
PLF-Terrorist Kuntar zu lebenslanger Haft verurteilt.
Hamburg. Der libanesische Druse Samir Kuntar, Jahrgang 1962, steht aus Sicht der Israel-feindlichen Hisbollah-Miliz im Mittelpunkt des Austausches. Als Mitglied der Terrororganisation Palästinensische Befreiungsfront (PLF) führte Kuntar am 22. April 1979 einen Angriff auf die israelische Küstenstadt Nahariya. Kuntar und drei weitere PLF-Kämpfer landeten nachts mit einem Schlauchboot an. Der Druse erschoss zunächst einen Polizisten, der sich ihnen in den Weg stellte, dann stürmte das Kommando unter Schüssen und Handgranatenwürfen ein Apartmenthaus und drangen in die Wohnung der Familie Haran ein. Als die Polizei eintraf, benutzte Kuntar den 31-jährigen Danny Haran und seine vierjährige Tochter Einat als menschliche Schutzschilde und lief zum Strand. Bevor er von fünf Kugeln getroffen wurde, schoss Kuntar dem Vater in den Rücken und ertränkte den Sterbenden. Dann schmetterte er den Schädel des Kindes gegen einen Felsen. Insgesamt starben bei der "Operation Nasser" fünf Israelis, zwölf wurden verletzt. Die Mutter von Einat, Smadar Haran, versteckte sich während des Feuerüberfalls in einem Kriechgang über dem Schlafzimmer. In panischer Angst hielt sie ihrer zweijährigen Tochter Jael so fest den Mund zu, dass das Kind erstickte. Samir Kuntar wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis lernte er Englisch und Hebräisch und erwarb per Fernstudium an der Open University von Tel Aviv einen Abschluss in Soziologie. Er heiratete eine israelisch-arabische Häftlings-Aktivistin. Inzwischen ist er geschieden. Kuntar hat seine Taten niemals bereut.




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