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Ausland

Gefangenenaustausch in Nahost

Zu hoher Preis für Israel

Jeder israelische Soldat kämpft im Bewusstsein, dass sein Land alles unternehmen wird, um seinen Körper im Falle seines Todes in israelischer Erde beisetzen zu können. Von diesem sensiblen, Religion und Tradition betreffenden Standpunkt aus betrachtet, ist der Austausch von Leichen und Gefangenen zwischen Israel und der Hisbollah ein positives Ereignis. Doch von so ziemlich jedem anderen Standpunkt aus beurteilt, ist der Deal, der das dringende Bedürfnis des schwer angeschlagenen Premiers Ehud Olmert nach jeder halbwegs positiven Meldung widerspiegelt, eine Katastrophe für Israel. Die Freilassung von fünf Terroristen, darunter der Vater- und Kindermörder Samir Kuntar, ist ein inakzeptabel überhöhter Preis für die Überstellung von zwei toten Soldaten. Von denen der eine möglicherweise sogar kaltblütig in der Haft ermordet wurde. Kuntar hat seine Morde nie bereut, es ist möglich, dass er wieder Unschuldige töten wird. Und wer wird dies dann deren Angehörigen erklären? Dass der Kindermörder im Libanon frenetisch als Held gefeiert wird, ist eine Schande. Doch Hisbollah-Chef Nasrallah, der in der arabischen Welt als Sieger des letzten Krieges im Libanon gilt, hat leider allen Grund, auch diesen Deal als Sieg zu feiern.

 

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