Kommentar: Ergebnisse des G8-Gipfels
Von Weltenrettung und Unvermögen
Dass die großen Mächte dieser Erde miteinander reden, statt mit Drohgebärden oder gar Waffengewalt übereinander herzufallen, ist ein nicht zu unterschätzender zivilisatorischer Fortschritt.
Dass die großen Mächte dieser Erde miteinander reden, statt mit Drohgebärden oder gar Waffengewalt übereinander herzufallen, ist ein nicht zu unterschätzender zivilisatorischer Fortschritt. Umso besser, dass sie in ihre Beratungen auch noch die aufstrebenden und bevölkerungsreichen Staaten von Brasilien bis China einbeziehen.
Perfekt wäre es allerdings, wenn diese alljährlichen größten anzunehmenden Gipfel aus G8 plus G5 plus MEM-Staaten auch konkrete Ergebnisse zeitigen würden. Immerhin geht es um nichts Geringeres als den Hunger auf dieser Erde, die Energiepreise - und den Klimawandel.
Doch da fällt Einigkeit schwer, denn die Interessen der Teilnehmer driften stark auseinander. China oder Indien - gerade so schön im Aufschwung - denken gar nicht daran, sich von anderen Staaten ihren Energieverbrauch vorschreiben zu lassen. Schon gar nicht von denen, die noch viel mehr CO2 in die Atmosphäre pusten als sie selbst.
Die Industrienationen gehen auch nicht gerade mit leuchtendem Beispiel voran, wenn sie zwar Klimaziele bis 2050 vage anpeilen, ohne konkrete Maßnahmen für den Weg dahin zu vereinbaren. Auch von ihnen will keiner die eigene Wirtschaft beeinträchtigen. Auch von ihnen hat jeder seine hauseigenen ungelösten Probleme, etwa in Deutschland die Debatte um die Kernenergie.
Dabei wird kein Politiker mehr müde, den Klimawandel als Bedrohung für den Globus zu brandmarken. Wer dann nicht danach handelt, nimmt die Gefahr entweder nicht so ernst, wie er sie darstellt - oder er nutzt das gleichzeitig entstehende Bedürfnis nach Rettung möglichst lange für die ein oder andere sonst unpopuläre Maßnahme. Wer meckert schon gegen so etwas Lächerliches wie Steuererhöhungen, neue Gebühren, Umweltplaketten oder Fahrverbote, wenn sie der Weltenrettung dienen und nicht nur dem schnöden Staatshaushalt?



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