Japans Premierminister Yasuo Fukuda sieht mit seiner großen Brille und dem gepflegten Seitenscheitel bieder, mausgrau und langweilig aus - und so ist er wohl auch.
Hamburg/Toyako. Dazu gilt er auch noch als äußerst zurückhaltend, was ihm schon mediale Kritik einbrachte. Die Reaktion des 71 Jahre alten Premierministers dazu war typisch: Er schickte seinen Sprecher Nobutaka Machimura vor, der sagte, dass sein Vorgesetzter zwar "unaufgeregt" spreche, er aber "ein sehr passionierter Mensch" sei.
Dabei wäre Leidenschaft für Fukuda auch dringend notwendig. Seit seinem Amtsantritt im September letzten Jahres sank seine Zustimmungsrate in der Bevölkerung von 60 auf 25 Prozent. Damit sind seine Umfragewerte noch schlechter als die seines Vorgängers Shinzo Abe, unter dessen Führung die Liberaldemokratische Partei (LDP) Wahlen zum Oberhaus verloren hatte und in Korruptionsaffären verwickelt worden war.
Die LDP wählte ihn nach Abes Rücktritt zu dessen Nachfolger. Für ihn sprach im Vergleich zu seinem Konkurrenten Taro Aso seine Kompromissbereitschaft und integrative Kraft. Zudem kommt seine Erfahrung im Politgeschäft: Nachdem Fukuda 17 Jahre lang sein Geld bei einer japanischen Ölgesellschaft verdient hatte, begann er mit 40 Jahren für einen Abgeordneten des japanischen Oberhauses als Sekretär zu arbeiten, später für seinen Vater, den damaligen Premierminister Takeo Fukuda (1976-1978).
In den 1990er-Jahren bekleidete er verschiedene Partei- und Regierungsämter, bis er im Jahr 2000 Kabinettssekretär wurde - eine der mächtigsten Positionen in der Politik des Inselstaates. Er hatte diese Position dreieinhalb Jahre inne.
Diese Karriere verwundert nach japanischen Maßstäben kaum: So folgen viele Kinder ihren in der Politik tätigen Vätern. Zudem studierte der heutige Premier an der Universität Waseda in Tokyo, traditionell eine Elite-Schmiede. Generell bemüht sich der Premier vor allem um gute Beziehungen zum großen Nachbarn China.















