Grossmanöver: 100 Kampfjets und Helikopter beteiligt
Israel probt Angriff auf Irans Atomanlagen
Mini-Atombomben sollen die unterirdischen Nuklearfabriken sprengen. Ayatollah droht mit Vergeltung.
Hamburg/New York/London. Mit einem spektakulären Luftwaffenmanöver über dem Mittelmeer hat Israel unmissverständlich deutlich gemacht, dass es eine iranische Atombombe mit allen Mitteln verhindern werde.
Wie die "New York Times" und die Londoner "Sunday Times" übereinstimmend berichten, übten mehr als 100 israelische Kampfjets der Typen F-15 und F-16, unterstützt von Helikoptern, einen Angriff auf die iranische Urananreicherungsanlage in Natans und andere Nuklearfabriken im Iran. Wie Quellen im Pentagon bestätigten, diente das Manöver dem Üben der Luftbetankung und bestimmter Kampftaktiken. Es seien mehrere Routen über dem Mittelmeer, Gibraltar und Griechenland abgeflogen worden, um die 1600 Kilometer lange Strecke zwischen Israel und der Atomanlage von Natans zu simulieren.
Dabei sollen die Piloten auch den Abwurf taktischer Atomwaffen geübt haben. Nach Erkenntnissen der "Sunday Times" sollen zunächst konventionelle, lasergelenkte Bomben Schächte zu den bis zu 20 Meter tief im Boden gelegenen verbunkerten Anlagen freisprengen. Dann sollen kleine Atomsprengköpfe diese Bunker zerstören. In Washington hieß es, die Übung solle dem Iran vor Augen führen, wie ernst es Israel sei.
Vizepremier Schaul Mofaz, ein früherer Generalstabschef und Verteidigungsminister, erklärte, falls der Iran mit seinem Urananreicherungsprogramm fortfahre, habe Israel "keine andere Wahl als anzugreifen". Mofaz fügte hinzu: "Den Iran anzugreifen, um seine nuklearen Pläne zu stoppen, wird unvermeidbar sein." Teheran bestreitet, die Bombe bauen zu wollen. Der konservative Ayatollah Ahmed Chatami warnte während des Freitagsgebets, sollte Israel es wagen, den Iran anzugreifen, werde es dies schwer bereuen. Es werde eine "entschiedene Antwort" geben.
Israel könnte durch zwei Entwicklungen gezwungen sein, bald zu handeln. Zum einen hat auch US-Präsident Bush einen Angriff nicht ausgeschlossen - doch seine Amtszeit endet in wenigen Monaten. Zum anderen sichert der Iran seine Atomanlagen gerade mit hochmodernen russischen Luftabwehrsystemen.




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