Birmas Junta gibt Ende der Krise vor
Rangun. Die Militärregierung in Birma will einen Monat nach dem verheerenden Zyklon die Schulen wieder öffnen. In einigen Schulen sollte bereits heute schon unterrichtet werden, andere sollen im Juli wieder öffnen. Hilfsorganisationen kritisierten den Zeitpunkt als zu früh und erklärten, die Kinder seien in den beschädigten Gebäuden nicht sicher. Unterdessen mehrten sich Berichte über Vertreibungen aus Flüchtlingslagern und Notunterkünften.
Die Schulen seien "ein unsicherer Ort", sagte ein Sprecher der britischen Organisation Plan gestern. Für die Kinder im besonders schwer betroffenen Irrawaddy-Delta bedeute es einen weiteren Rückschlag, wenn sie in unsicheren Gebäuden von schlecht ausgebildeten Lehrern ohne angemessenes Material unterrichtet würden. Auch die Regionaldirektorin von Unicef, Anupama Rao Singh, erklärte, für die Öffnung der Schulen im Delta am Montag sei es zu früh.
Die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte unterdessen, die Junta zwinge die Menschen, zurück zu ihren zerstörten Häusern im Irrawaddy-Delta zu gehen. Sie würden auch aus Klöstern, Schulen und öffentlichen Gebäuden vertrieben. Damit wolle die Junta demonstrieren, dass die Krise vorbei sei und die betroffene Bevölkerung wieder ohne ausländische Hilfe für sich selbst sorgen könne. Augenzeugen berichteten aus Rangun, dass Flüchtlinge auch aus einer christlichen Kirche vertrieben worden seien.
Unicef hatte am Freitag erklärt, Menschen würden oft ohne jegliche Unterstützung in der Nähe ihrer verwüsteten Dörfer abgesetzt. Regionaldirektorin Anupama Rao Singh sagte, damit würden viele Bedürftige in entlegenen Regionen für die Hilfsorganisationen unsichtbar. Ziel der Militärregierung sei es offenbar, dass die Menschen möglichst bald wieder mit der Aussaat und der Bestellung der Felder beginnen, erklärte die Hilfsorganisation Refugees International. Mediziner der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" berichteten von völlig verstörten Menschen, die nach dem Zyklon in ihrem Dorf alles zerstört vorfänden und vor dem Nichts stünden.



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