Irak: Bagdads Regierungstruppen überfordert
USA kämpfen gegen Schiiten-Miliz
London/Bagdad. Britische und amerikanische Spezialeinheiten unterstützen im südirakischen Basra massiv den Kampf der Regierungstruppen gegen schiitische Milizionäre. Wie der britische Sender BBC berichtete, wurden in den vergangenen zwei Wochen bis zu 1000 US-Soldaten nach Basra verlegt. Die irakische Regierung hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, die Offensive gegen die Miliz sei die erste große eigenständige "erfolgreiche" Operation der neuen irakischen Armee.
Unter anderem greifen aber wohl auch US-Marineinfanteristen den Regierungstruppen in ihrem Kampf gegen die Miliz des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr unter die Arme. Seit dem 25. März toben in Basra und anderen Landesteilen mit schiitischer Bevölkerungsmehrheit Kämpfe zwischen der Sadr-Miliz und den Truppen, die dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki unterstehen.
Zwei US-Marineinfanteristen kamen am Dienstag durch einen Selbstmordanschlag mit einer Autobombe in der westlichen Provinz Anbar ums Leben. Nach einem Bericht des US-Militärkommandos wurden bei dem Anschlag auch drei US-Soldaten, zwei irakische Polizisten und 24 Zivilisten verletzt. Das US-Militär berichtete weiter, eine Selbstmordattentäterin habe in einer Polizeistation der Provinz Dijala nordöstlich von Bagdad 18 Menschen mit in den Tod gerissen. Durch die Explosion seien sieben Polizisten und elf irakische Zivilisten ums Leben gekommen. Zwei weitere Polizisten hätten Verletzungen erlitten.
Unterdessen wurde bekannt, dass der US-Oberbefehlshaber im Irak, General David Petraeus, US-Regional-Kommandeur für Nahost werden soll. Petraeus soll Admiral William Fallon ablösen, der im März wegen strittiger Äußerungen über den Iran zurückgetreten war. Petraeus gilt als enger Vertrauter von US-Präsident George W. Bush.



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