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Ausland

Barack Obama: Senator schlägt bei Vorwahl Hillary Clinton

Sensationssieg: Der erste schwarze US-Präsident?

Demokraten entschieden sich deutlich für den 46-Jährigen: "Der Wandel kommt in unser Land!"

Des Moines. Im Kampf um die US-Präsidentschaftskandidatur steigt die Spannung: Bei den Demokraten hat Barack Obama seiner schärfsten Rivalin Hillary Clinton überraschend eine herbe Niederlage verpasst. Zum Auftakt der Vorwahlen setzte sich der 46-Jährige afroamerikanische Senator mit einem deutlichen Sieg im konservativen Agrarstaat Iowa gegen die ehemalige First Lady durch. Für Obama erhöhten sich damit die Chancen, als erster Schwarzer US-Präsident zu werden.

"Von hier geht die Botschaft aus, dass der Wechsel in unser Land kommt", sagte Obama vor jubelnden Anhängern in Iowas Hauptstadt Des Moines. Mit Blick auf die weiteren Vorwahlen rief er zuversichtlich: "In einigen Jahren werdet ihr zurückschauen und sagen, dass dies der Augenblick und der Ort war, an dem sich Amerika daran erinnert hat, was es heißt, zu hoffen".

Obama, Senator aus Illinois, erhielt 38 Prozent der Stimmen, Ex-Senator John Edwards kam auf 30 Prozent, erst einen Punkt dahinter folgte Hillary Clinton.

Der Sohn eines Kenianers und einer US-Bürgerin hat sich mit seinem Sieg in Iowa endgültig zu einer Bedrohung für die Ambitionen der New Yorker Senatorin Clinton entwickelt, die in ihrer Kampagne vor allem ihre politische Erfahrung und weniger den politischen Neuanfang betont hatte. Doch den wollen die Amerikaner offenbar. Obama überzeugte vor allem junge Wähler, aber er schaffte es auch, mehr Frauen als Clinton mitzureißen. Er gewann zudem in einem Bundesstaat, in dem weniger als drei Prozent der Bevölkerung Schwarze sind.

Aber noch führt die Frau des Bush-Vorgängers Bill Clinton in den landesweiten Umfragen. Auf der 60-Jährigen lastet jedoch ein immenser Druck, die nächste Vorwahl am Dienstag in New Hampshire unbedingt gewinnen zu müssen. Andernfalls sinken ihre Chancen, zur Kandidatin der Demokraten gekürt zu werden und im November bei der Wahl des Nachfolgers von Präsident George W. Bush anzutreten. Sie gab sich nach der Niederlage betont kämpferisch und kündigte harte Auseinandersetzungen an: "Ich bin bereit für diesen Wettstreit."

Auch bei den Vorwahlen der Republikaner gab es einen überraschenden Gewinner: Der vor wenigen Wochen noch fast unbekannte Mike Huckabee, ein erzkonservativer Baptistenprediger, sackte in Iowa einen deutlichen Sieg ein und schlug den Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney.

Huckabee sprach vom "Anbruch eines neuen Tages" in der US-Politik. Er erzielte 34 Prozent der Stimmen, acht Punkte mehr als der Multimillionär Romney, der viel mehr Geld in den Wahlkampf gesteckt hatte. Abgeschlagen dahinter rangierten Senator John McCain und der frühere Schauspieler Fred Thompson. Bei den Republikanern hatten rund 125 000 Wähler in Iowa abgestimmt, bei den Demokraten die Rekordzahl von 232 000 Parteiwählern.

Der USA-Experte der Bundesregierung, Karsten Voigt, sagte, Obama habe nun eine "reelle Chance", bei den nächsten Vorwahlen gegen Clinton an Boden zu gewinnen. Die Senatorin aus New York sei aber keineswegs schon geschlagen.Fra, dpa

 

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