Montag, 13. Februar 2012, 03:51

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Ausland

US-Präsidentschaftsbewerber: Wahlkampf per Videoclip

Breitseiten auf YouTube

Nachrichtensender CNN suchte 34 Fragen aus Videofilmen aus. In fünf Wochen sind die ersten Vorwahlen in den USA. Streit über Einwanderung.

Washington. Gut einen Monat vor den ersten Vorwahlen in den USA haben sich die republikanischen Präsidentschaftsbewerber hitzige Wortgefechte geliefert. Die acht Anwärter auf die Spitzenkandidatur stellten sich Fragen, die per Videoclip an das populäre Internetportal YouTube gesendet und vom Nachrichtensender CNN ausgewählt worden waren. Und die Fernsehzuschauer kamen in den Genuss eines Showdowns, der sich mit allen Wassern gewaschen hatte. Da feuerte fast jeder gegen jeden Breitseiten ab, fetzten sich vor allem die beiden bisherigen Favoriten, der Ex-Gouverneur von Massachusetts Mitt Romney und der frühere New Yorker Bürgermeister Rudolph (Rudy) Giuliani. Außerdem erfuhr die Öffentlichkeit, was Ex-Gouverneur Mike Huckabee aus Arkansas am liebsten mit Hillary täte: Sie auf den Mars schießen.

5000 Videoclip-Fragen waren vor der Debatte in St. Petersburg (Florida) bei YouTube eingegangen, 2000 mehr noch als bei der Premiere des Debattenformats im Juli mit den demokratischen Matadoren. 34 Fragen suchte CNN aus, die sich zumeist um konservative Brennpunkte rankten, vom Problem der illegalen Einwanderung über die Abtreibung bis hin zur Waffenkontrolle. Auch um die Interpretation der Bibel ging es, um die Frage, wie es Jesus mit der Todesstrafe hielte, und um das Thema Folter, bei dem sich McCain in einem besonders leidenschaftlichen Wortwechsel mit Romney vom "Waterboarding", dem Simulieren von Ertränken, als Verhörmethode distanzierte.

Die Debatte wurde jedoch vor allem zum Gefecht zwischen Romney und Giuliani, vom Ex-Gouverneur wegen seiner liberalen Positionen etwa in Sachen Abtreibung als "Hillary Clinton der Republikaner" gebrandmarkt. Beim Thema Immigration zogen beide die Boxhandschuhe an. So warf Romney seinem Hauptrivalen vor, in seiner Zeit als Bürgermeister New York zu einem Zufluchtsort für die "Illegalen" gemacht zu haben. Giuliani ließ als Retourkutsche die Öffentlichkeit wissen, wer bei den Romneys daheim wiederholt den Rasen gemäht habe: Einwanderer ohne Papiere. Außenpolitische Themen spielten nur eine Randrolle.

Gewann nach ersten Umfragen unter Konservativen keiner der beiden die Debatte, war offensichtlich, wer in St. Petersburg die meisten Lacher auf der Seite hatte: Huckabee, der in Umfragen ständig aufholt und damit Giuliani und Romney zunehmend das Fürchten lehrt. Was täte Jesus, wenn er über die Verhängung der Todesstrafe entscheiden müsste? Huckabees Antwort: Jesus war zu klug, um sich jemals für ein öffentliches Amt zu bewerben.dpa

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus