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Ausland

Ausnahmezustand

Götterdämmerung in Pakistan

Kommentar

Pakistan steht am Abgrund - und die EU fordert Militärmachthaber Musharraf auf, an demokratischen Grundsätzen festzuhalten. Das ist eine beinahe groteske Ermahnung eines Mannes, der soeben den Ausnahmezustand verhängt und die Verfassung außer Kraft gesetzt hat, der massenhaft Oppositionelle verhaften lässt und eine Zensur einführt. Musharraf lässt die Maske fallen. Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, freie Wahlen? Wie versprochen, so gebrochen.

Zweifellos hat Musharraf seine Verdienste. Er hat aufgeräumt mit der Korruption und Vetternwirtschaft der Ex-Premiers Bhutto und Sharif. Er galt dem Westen an der Spitze der Atommacht Pakistan als Garant von Sicherheit und Ordnung und als verlässlicher Verbündeter im Kampf gegen den Terror der islamistischen Scharfmacher à la Taliban und al-Qaida. Innenpolitisch aber hat er mit diesem Kurs am Ende alle Seiten gegen sich aufgebracht: die Opposition, die Mullahs, sogar viele Militärs. Angesichts der Götterdämmerung seines Despotenregimes klammert er sich nun verzweifelt an die Macht. Doch seine Tage dürften gezählt sein.

 

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