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Ausland

Proteste: Junta isoliert Mönche

Schon 200 Tote? Birma kappt das Internet

Auch Handys beschlagnahmt. Japanischer Journalist soll gezielt erschossen worden sein.

Rangun/Washington. AP/dpa/HA

Die Militärjunta in Birma setzt zur Niederschlagung der Massenproteste jetzt auf rigorose Abschottung. Sie erklärte wichtige buddhistische Klöster zu Sperrzonen und unterbrach den öffentlichen Zugang zum Internet sowie Telefonleitungen. Offenbar soll die Welt nicht Zeuge eines Blutbades sein.

Nach Darstellung der Militärjunta sind zehn Demonstranten getötet worden, die Soldaten "mit Schleudern und Schwertern" angegriffen hätten. Eine schwedische Diplomatin in Rangun sagte, es habe mindestens 35 Tote gegeben. Der Freitag getötete japanische Journalist soll gezielt erschossen worden sein, berichtet ein japanischer TV-Sender. Nach Angaben einer Washingtoner Dissidentengruppe von Exil-Birmesen namens "US-Kampagne für Birma" soll die Zahl der Todesopfer schon bei 200 liegen.

Die staatliche Telekom gab als Grund für die Internet-Unterbrechung den Bruch eines Unterwasserkabels an. Ohne Zugang zum Internet haben Oppositionelle kaum Möglichkeiten, Berichte, Fotos und Videos zu übermitteln. Polizisten durchsuchten nach Berichten von Augenzeugen in Hotels die Zimmer nach Ausländern. Auch Mobiltelefone wurden beschlagnahmt.

Mit der Abriegelung der Klöster sollen die Mönche, die die Proteste anführten, von den Straßen ferngehalten werden. Aus diplomatischen Kreisen verlautete, die Junta habe erklärt, dass sie die Mönche unter Kontrolle habe und sich nun den übrigen Demonstranten zuwenden werde. Beobachter befürchteten eine völlige Eskalation, falls die Einsatzkräfte gezielt gegen Zivilpersonen vorgehen. Das hohe Ansehen der buddhistischen Mönche habe bislang für relative Zurückhaltung gesorgt.

Am Freitag gingen weniger Menschen auf die Straße als in den Tagen zuvor. In Rangun lösten Soldaten mit Schlagstöcken eine Demonstration von 2000 Oppositionellen auf. Laut Diplomaten gibt es beim Militär allerdings erste Fälle von Befehlsverweigerung.

 

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