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Ausland

Asem-Treffen: In Hamburg loten EU und 16 asiatische Länder gemeinsame Interessen und mögliche Kooperationen in Wirtschafts- und Umweltfragen aus

Höflich, aber hart: Beim Klimaschutz sieht China die Industrieländer in der Pflicht

Klima, Energie und Europa als Friedensmodell - Kommissarin Ferrero-Waldner über Asien und EU.

ABENDBLATT: Welches sind für Sie die wichtigsten Themen bei diesem Asem-Treffen?

FERRERO-WALDNER: Die großen Themen werden auch hier Energiesicherheit und Klimaschutz sein sowie alle internationalen Fragen. Zum anderen geht es um neue Dialog-Möglichkeiten zwischen der Europäischen Union und den asiatischen Staaten. Weiter soll eine Stiftung gegründet werden, und darüber hinaus wollen wir ein transeurasisches Informations-Netzwerk knüpfen. Europa steht den asiatischen Ländern sehr offen gegenüber und will ihnen bei ihrer Entwicklung alle Unterstützung zukommen lassen, die wir leisten können. Und zwar nicht nur in den Bereichen Klima oder Energie, sondern auch in Finanzfragen sowie bei den Themen Arbeit, Soziales und Beschäftigung.

ABENDBLATT: Kann Asien also von Europa lernen?

FERRERO-WALDNER: Wir als Europäische Union geben unsere Erfahrungen aus den mehr als 50 Jahren europäischer Einigungsprozess gerne weiter, wie man aus wirtschaftlichen Interessen eine Gemeinschaft bildet, die sich auch auf das politische Feld ausdehnt. Europa kann ein gutes Beispiel für Verständigung sein.

ABENDBLATT: Aber die Unterschiede zwischen großen und kleinen Ländern in Asien, etwa China und Laos, sind doch sehr groß.

FERRERO-WALDNER: Selbstverständlich. Aber gerade wir in der EU haben gezeigt, dass man Länder mit verschiedenen Entwicklungsstufen haben kann und ihnen die Möglichkeit geben muss, schneller aufzuholen. Auch das ist eine Erfahrung, die wir an die Asiaten weitergeben können. Es wäre schön, wenn auch dort der Solidaritäts-Gedanke, der in der EU eine wichtige Rolle spielt, Fuß fassen könnte. Die Großen müssen die Kleinen voll akzeptieren und auch mitnehmen.

ABENDBLATT: Europa also als Modell für die Welt?

FERRERO-WALDNER: Ich als Außen-Kommissarin sehe bei meinen Reisen jedenfalls viel häufiger die Leuchtturm-Funktion der EU als diejenigen, die sich mehr mit inner-europäischen Fragen beschäftigen. Die EU ist ein wichtiger politischer Akteur geworden. Auch wenn wir vielleicht in Europa etwas Zeit brauchen, unsere Meinung abzustimmen, aber sie zählt. Wir sprechen mit einer Stimme, das heißt, wir geben eine einheitliche Botschaft.

ABENDBLATT: Wie stehen Sie zu den Protesten, die das Asem-Treffen begleiten?

FERRERO-WALDNER: Sie beschäftigen mich natürlich, weil ich mich frage, welches die Beweggründe für diese Proteste sind. Wenn es zum Beispiel um Menschenrechte geht, dann kann ich sagen, dass wir mit unseren asiatischen Kollegen darüber ganz offen sprechen. Dialog ist immer besser, um etwas zu bewirken.

ABENDBLATT: Haben Sie Hamburg schon genießen können?

FERRERO-WALDNER: Ich finde die Stadt interessant und elegant. Vielleicht bleibt noch Zeit für einen kurzen Bummel.

 

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