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Ausland

Krise um verschleppte Briten

Teherans gefährliche Taktik

Kommentar

Das Wort Schach leitet sich vom persischen Begriff für König ab. Das gibt einen Hinweis darauf, dass strategisches und taktisches Denken Teil der uralten persischen Kultur ist. Es ist kein Zufall, dass britische Soldaten ausgerechnet in jenem Moment in iranische Gefangenschaft gerieten, als der Uno-Sicherheitsrat zu schärferen Sanktionen gegen das Regime in Teheran ausholte. Die Iraner wissen, dass die kleine Entermannschaft der Fregatte "Cornwall" keinen Spionagebefehl hatte.

Die Briten, dienen als menschliches Faustpfand. Der Iran, der die Meerenge von Hormus und damit den wichtigsten Öltransportweg kontrollieren kann, fühlt sich stark genug, im Atomstreit Briten und Amerikaner herauszufordern. Die gebetsmühlenartige Beteuerung, Irans Atomprogramm diene der Stromerzeugung, ist höchst zweifelhaft und klingt vor dem Hintergrund der Terrorförderung und der Vernichtungsdrohung gegen Israel zynisch.

Teheran ist dabei, einen brandgefährlichen taktischen Fehler zu begehen. Schon mehrfach in der Geschichte ist die Entschlossenheit der Briten unterschätzt worden. Tony Blair kann es sich gar nicht leisten, auf die dreiste Entführung seiner Soldaten nur mit wohlfeilen Ermahnungen zu reagieren. Und hinter den Briten ragt die trotz Irak-Krieg immer noch stärkste Militärmacht der Erde auf. Wenn Präsident Ahmadinedschad sich einen Rest von Vernunft bewahrt hat, legt er den Konflikt rasch und auf diplomatischem Wege bei.

 

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