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Ausland

Tote bei Protesten gegen Regierung Siniora in Beirut

Mit einem Generalstreik hat die pro-syrische Opposition gestern den Libanon lahm gelegt und den Machtkampf mit der Regierung auf die Spitze getrieben. Bei den schwersten Ausschreitungen seit Beginn der von der Hisbollah-Miliz angeführten Protestwelle vor zwei Monaten wurden zwei Menschen getötet und mehr als 45 verletzt. Auf vielen Straßen der Hauptstadt Beirut brannten Blockaden aus brennenden Autoreifen.

Anhänger und Gegner der pro-westlichen Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora bewarfen einander mit Steinen, mehrfach fielen aus beiden Lagern auch Schüsse. Mehrere Tausend Soldaten und Polizisten bemühten sich landesweit, die Straßen freizumachen und die gegnerischen Parteien auseinanderzuhalten.

Zu dem Streik hatten der Führer der pro-syrischen Hisbollah-Miliz, Scheich Hassan Nasrallah, sowie andere Oppositionsführer aufgerufen. Nasrallahs Stellvertreter Scheich Naim Kassem stellte im Sender Al-Dschasira eine Fortsetzung der "äußerst erfolgreichen Aktion" in Aussicht. Dagegen sagte Telekommunikationsminister Marwan Hamadeh dem Sender Al-Arabija, dieser "Putschversuch" werde genauso scheitern wie alle vorangegangenen Bemühungen dieser Art. Die von der schiitischen Hisbollah angeführte Opposition versucht seit fast zwei Monaten, Regierungschef Siniora zum Rücktritt zu zwingen und ein Vetorecht bei Kabinettsentscheidungen durchzusetzen.

Morgen findet in Paris eine Geberkonferenz für den Libanon statt, dessen Süden beim israelischen Feldzug vom vergangenen Sommer stark zerstört wurde. Es wurden Befürchtungen laut, dass die Konferenz wegen des Konflikts abgesagt werden könnte, da an der Fähigkeit der Regierung gezweifelt werde, die erhofften Hilfsgelder in Höhe von fünf Milliarden Dollar sinnvoll zu verteilen.AP

 

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