DRESDEN/MOSKAU. Rund 300 Kilogramm Atommüll aus dem sächsischen Kernforschungszentrum Rossendorf sind ohne Zwischenfälle nach Russland transportiert worden. Die 18 Spezialbehälter seien im Forschungszentrum Lutsch bei Moskau eingetroffen, teilte die russische Atomenergiebehörde Rosatom mit. Eine russische Spezialtransportmaschine vom Typ Iljuschin flog die Brennelemente von Dresden nach Russland.

Auf dem 20 Kilometer langen Weg von Rossendorf bis zum Flughafen Dresden sicherten 400 Polizeibeamte den Transport. Bis auf einen kurzen Umweg wegen einer Blockade durch Atomkraftgegner sei der Konvoi mit dem Sattelschlepper ohne Probleme zum Flughafen gelangt, sagte ein Polizeisprecher. Gegen neun Störer werde wegen des Verdachts der Nötigung ermittelt. Sie hätten mit drei Autos und einem Kleintransporter einen Kreisverkehr in Radeberg blockiert.

Die Brennstäbe aus Rossendorf würden in Podolsk in den kommenden Monaten zu neuen Brennelementen für Kernkraftwerke aufgearbeitet, kündigte Rosatom an. Zwei Drittel der Fracht sind hoch angereichertes Uran. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte die Ausfuhr auf dem Luftweg genehmigt. Es soll für das sächsische Kernforschungszentrum die erste und einzige sein. Umweltverbände hatten kritisiert, die Risiken des Transports seien unkalkulierbar.

Rossendorf ist einer von 20 Forschungsreaktoren in 17 Ländern, die zum Einflussgebiet der ehemaligen Sowjetunion gehörten. Der dort noch vorhandene radioaktive Brennstoff muss gemäß einem internationalen Abkommen nach Russland zurückgebracht werden. Der Reaktor wurde 1991 abgeschaltet.dpa