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Ausland

TV-Streit: Russischer Botschafter gegen den Putin-Kritiker

Lud Christiansen Kasparow aus?

MOSKAU. Russische Polizei- und Geheimdienstbeamte haben vier Tage vor einem Marsch der Opposition in Moskau den Sitz der oppositionellen Vereinigten Bürgerfront von Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow durchsucht. Insgesamt 20 Beamte hätten Dokumente, Bücher und Zeitungen in dem Büro der Organisation Vereinigte Bürgerfront durchwühlt, sagte Kasparow dem Radiosender "Echo Moskwy". Aufrufe zu einem für Sonnabend geplanten Protestmarsch gegen die Politik von Präsident Wladimir Putin seien beschlagnahmt worden.

Die Veranstaltung soll Änderungen in der Wahlgesetzgebung anprangern, die den Spielraum der Opposition weiter einengen. Der Vorsitzende der Vereinigten Bürgerfront, Denis Bilunow, bezeichnete die Aktion als "Druckmittel" im Vorfeld der Demonstration. Das Innenministerium war für eine Stellungnahme zur Durchsuchung nicht zu erreichen. Die Vereinigte Bürgerfront versucht, die Opposition zu Präsident Wladimir Putin unter einem Dach zu vereinen.

Der frühere Schachweltmeister Kasparow zählt zu den schärfsten Kritikern des autoritären Kurses im Kreml. Kasparow sagte im Radio weiter, er habe am vergangenen Sonntag aus Moskau zu der Talkshow "Christiansen" zugeschaltet werden sollen. Das deutsche Fernsehen habe ihn aber auf Druck des russischen Botschafters Wladimir Kotenjow wieder ausgeladen, sagte Kasparow. Die Redaktion dementierte dies und verwies auf technische Probleme mit einer Live-Schaltung nach Moskau, die zu teuer geworden wäre.

Ebenfalls ein-, dann aber wieder ausgeladen zu der Russland-Diskussionsrunde in der Sendung wurde der ehemalige Moskau-Korrespondent der ARD, Dieter Bednarz. Bednarz sagte der "FAZ": "Der russische Botschafter hat sich in einem Vorgespräch geweigert, gemeinsam mit Kasparow vor die Kamera zu treten", das habe ihm ein Mitarbeiter der "Christansen"-Redaktion gesagt. "Christiansen"-Sprecher Michael Ortmanns bestreitet das.swa, AFP, rtr

 

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