Namen: Der neue US-Star der Demokraten
Obama ist nicht Osama
Hamburg. Für wie gefährlich halten Sie eigentlich Barack Obama? Lesen Sie mal, was besorgte US-Amerikaner in einer Radiosendung über Obama sagten: "Oh, dieser Typ ist gefährlich. Er ist noch immer da draußen und versteckt sich." Ein anderer Hörer forderte voller Inbrunst: "Wir müssen unser Land schützen. Wir brauchen mehr Sicherheit."
Sie haben es wahrscheinlich gemerkt. Nein, Obama ist nicht Osama (Bin Laden). Der Mann, um den es hier geht, ist vielmehr der neue Star der US-Demokraten. Barack Obama, 45 Jahre jung, Rechtsanwalt und Senator des US-Bundesstaats Illinois, hat größte Chancen, 2008 als erster schwarzer Präsident ins Weiße Haus einzuziehen.
Der Harvard-Absolvent, dessen Vater aus Kenia stammt, sieht fabelhaft aus, ist eloquent und verfügt über exzellente politische Kontakte. Doch sein exotischer Name bereitet vielen Amerikanern Kopfzerbrechen. Nicht nur, dass "Barack" wie "Irak" klingt und sich "Obama" nur durch einen Konsonanten von "Osama" unterscheidet und dadurch leicht verwechseln lässt. Als wäre das noch nicht genug, lautet Barack Obamas zweiter Vorname auch noch Hussein. Und so nannte Ed Rogers, Wahlstratege der US-Republikaner, vor Kurzem in einer Talkshow genüsslich den vollen Namen seines politischen Gegners: Barack Hussein Obama. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Schließlich erinnert der Name Hussein doch beunruhigend stark an Saddam Hussein, den irakischen Ex-Diktator und Tyrannen.
Barack Obama aber lässt sich nicht provozieren. "Das amerikanische Volk interessiert sich nicht für Mittelnamen", erklärte er selbstbewusst auf einer Pressekonferenz. "Das amerikanische Volk interessiert, ob Politiker für die Zukunft ihrer Kinder und Enkelkinder Vorsorge treffen." Mit dieser Gelassenheit könnte der smarte Barack Hussein Obama tatsächlich ganz gefährlich werden. Nicht für uns, aber für die Republikaner.




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