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Ausland

Minister gegen Ausweitung der Bodenoffensive

Libanon: Israels Heer fordert Verstärkung, Regierung will mehr Luftwaffeneinsatz. Radikal-islamische Hamas dementiert Meldung über Freilassung des entführten Soldaten.

JERUSALEM. Die israelische Regierung hat sich gegen eine von der Armee empfohlene Ausweitung der Bodenoffensive gegen die radikal-islamische Hisbollah-Miliz im Südlibanon entschieden. Reservisten sollten nur für einen Austausch der eingesetzten Truppen mobilisiert werden, hieß es nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in Jerusalem.

Einen Tag nach den bisher schwersten Verlusten der Israelis bei Gefechten um die Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil kritisierten mehrere Minister die bisherige Taktik und rieten, auf Nahkampf möglichst zu verzichten.

Justizminister Chaim Ramon hatte sich gegen eine Ausweitung der Offensive ausgesprochen. "Jeder im Süden Libanons ist ein Terrorist und mit der Hisbollah verbunden", sagte Ramon dem Armeeradio. "Unser großer Vorteil gegenüber Hisbollah ist unsere Feuerkraft, nicht der Kampf von Mann gegen Mann." Ramon erklärte, die Luftwaffe müsse die südlibanesischen Ortschaften stärker bombardieren, bevor Bodentruppen einrücken könnten.

Arbeitsminister Eli Ischai forderte: "Wir sollten Ortschaften, die Widerstand leisten, aus der Luft angreifen, nachdem wir die Einwohner zum Verlassen aufgefordert haben. Dörfer, in denen sich Hisbollah-Terroristen verstecken, sollten wir nicht betreten, bevor wir sie in Sandkästen verwandelt haben." Premier Ehud Olmert sagte während der Sitzung, die gesteckten Ziele der Militäroffensive würden erreicht.

Bei mehr als 100 israelischen Luftangriffen auf Ziele im Südlibanon und in der östlichen Bekaa-Ebene wurden mindestens drei Menschen getötet. Ein libanesischer Polizist und zwei Zivilisten starben, als eine israelische Bombe mehrere Fahrzeuge in der Nähe von Kark in der Bekaa-Ebene traf. Am Vorabend hatte die israelische Luftwaffe eine libanesische Armeekaserne in Amtschit, 40 Kilometer nördlich von Beirut, angegriffen.

Die Hisbollah-Miliz feuerte mehr als 30 Raketen auf Nordisrael ab, die vor allem Sachschaden anrichteten. Im Umkreis der Stadt Safed sind mindestens zehn Katjuscha-Raketen eingeschlagen. Israelische Medien berichteten, der Angriff habe einen größeren Waldbrand ausgelöst.

Der bewaffnete Arm der radikal-islamischen Hamas hat Äußerungen von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zurückgewiesen, wonach der entführte israelische Soldat Gilad Schalit bald freikommen könnte. Über das Schicksal des Soldaten werde nach wie vor von den drei bewaffneten Gruppen entschieden, in deren Gewalt er sich befindet, nicht von politischen Führern.

 

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