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Ausland

36 tote GIs: Noch nie starben im Irak so viele Amerikaner

Washington. US-Präsident George W. Bush hat die Iraker eindringlich aufgefordert, den Rebellen im Land zu trotzen und ihre Stimme bei der Parlamentswahl am Sonntag abzugeben. Er erwarte einen "großen Augenblick" in der irakischen Geschichte, sagte Bush bei seiner ersten Pressekonferenz nach Antritt seiner zweiten Amtszeit.

Gestern kamen im Irak 36 amerikanische Soldaten ums Leben und damit mehr als jemals zuvor an einem einzigen Tag seit Kriegsbeginn im März 2003.

Bush sagte, die Terroristen im Irak hätten keine Vision einer besseren Zukunft; sie fürchteten sich vor einer freien Gesellschaft. Umfragen zeigten, daß sich die meisten Iraker an den Wahlen beteiligen wollten - "und ich bin beeindruckt vom Mut der Bevölkerung", sagte Bush. Der Anführer der Al Kaida im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, hat zu einem Krieg gegen die Wahlen aufgerufen und angekündigt, Wahllokale anzugreifen und Wähler zu töten.

Unterdessen sind allein 31 Marineinfanteristen bei einem Hubschrauberabsturz im Westen des Landes getötet worden. Die Ursache war zunächst unklar. Augenzeugen berichteten aber, sie hätten den Eindruck gehabt, der Helikopter sei von einer Rakete getroffen worden und dann explodiert. Bush sagte, das Verteidigungsministerium untersuche den Vorfall. Bei Kämpfen kamen weitere fünf amerikanische Soldaten ums Leben. Bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeiwache in der nordirakischen Stadt Kirkuk starben zudem sieben Iraker.

Die irakische Übergangsregierung macht sich inzwischen ernsthafte Sorgen über eine möglicherweise extrem niedrige Wahlbeteiligung. Justizminister Malik al-Hassan sagte, eine Beteiligung von 50 Prozent und mehr sei akzeptabel. Sollten jedoch nur 15 Prozent der Iraker oder weniger abstimmen, würde die Legitimität fehlen.

Für die ersten freien Wahlen hat sich gut ein Viertel der im Ausland lebenden Iraker registrieren lassen. Von den etwa eine Million irakischen Wahlberechtigten im Ausland trugen sich 280 303 in Listen ein, teilte die zuständige Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. In Deutschland wollen 26 416 Iraker wählen.dpa/rtr

 

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