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Ausland

Kofi Annan nennt Irak-Krieg "illegal"

Bagdad/London. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat den Irak-Krieg als illegal bezeichnet. In einem Interview des britischen Rundfunksenders BBC bekräftigte Annan, der Krieg sei ohne Zustimmung der Vereinten Nationen geführt worden und sei damit ein Verstoß gegen die UNO-Charta. Auf Nachfrage, ob dies bedeute, dass der Irak-Krieg völkerrechtswidrig gewesen sei, antwortete der UNO-Generalsekretär: "Nach unserer Auffassung sowie gemäß der UNO-Charta war er illegal." Zugleich äußerte Annan die Sorge, die anhaltende Gewalt könne die Ende Januar geplanten Wahlen gefährden.

Großbritannien, der wichtigste Verbündete der Vereinigten Staaten im Irak, wies Annans Kritik zurück. Ein Sprecher von Premierminister Tony Blair verwies in London auf die Einschätzung von Generalstaatsanwalt Lord Goldsmith, dass sich Großbritannien völkerrechtskonform verhalten habe. Goldsmith hatte im März 2003 erklärt, drei UNO-Resolutionen rechtfertigten die Anwendung militärischer Gewalt gegen den Irak.

Auch Australien, ein weiterer US-Verbündeter, widersprach Annans Äußerungen. "Es gab eine Reihe von Sicherheitsratsresolutionen", sagte Ministerpräsident John Howard. "Dem Rechtsgutachten nach, das uns vorlag, war die Aktion im Sinne des Völkerrechts vollkommen zulässig."

Die Gewalt hielt auch gestern an. Bei Gefechten zwischen Aufständischen und amerikanischen Soldaten in der westirakischen Stadt Ramadi starben vier Iraker. Augenzeugen berichteten, die US-Armee blockiere mit Militärfahrzeugen und Panzern die Zufahrtsstraßen. In der Innenstadt von Bagdad explodierte eine Mörsergranate. Dabei kam ein Mensch ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Aus dem Viertel Al Mansur, in dem mehrere Botschaften und ausländische Unternehmen ihren Sitz haben, verschleppten Unbekannte zwei amerikanische und einen britischen Mitarbeiter der Gulf Services Company.ap/HA

 

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