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Ausland

"Saddam will Raketen nicht zerstören"

Zweifel in Bagdad an Aussagen des Präsidenten in einem CBS-Interview

Washington/Bagdad. Iraks Präsident Saddam Hussein hat nach Angaben des US-Senders CBS bestritten, dass die irakischen El-Samud-2-Raketen die von den UNO erlaubte Reichweite von 150 Kilometern überschreiten. Nach Angaben des Senders ließ Saddam in einem in Bagdad geführten Exklusiv-Interview erkennen, dass er sich deshalb der von den UNO-Waffenkontrolleuren geforderten Zerstörung dieser Raketen widersetzen will. Eine Entscheidung darüber hat Bagdad nach den Worten des irakischen Präsidentenberaters Amir el Saedi allerdings noch nicht getroffen. Die Angelegenheit "werde noch studiert", zitierte ihn der arabische Fernsehsender Al Dschasira. In Bagdad wurden Zweifel an den Aussagen Saddams laut, da die irakischen Behörden angedeutet hatten, die Zerstörung der Raketen zu akzeptieren. Eine Weigerung könnte von den USA als Kriegsgrund angesehen werden. CBS-Korrespondent Dan Rather schrieb auf der Webseite des Senders: "Saddam sagt, und dabei bleibt er, dass er diese Raketen nicht zerstören will, und noch nicht einmal versprechen will, sie zu zerstören, weil sie den UNO-Vorschriften entsprechen." Saddam streite ab, dass die Raketen eine unzulässige Reichweite hätten. "Der Irak darf angemessene Raketen vorbereiten, und dahinter stehen wir", zitierte Rather Saddam. "Wir haben keine Raketen, die die erlaubte Reichweite überschreiten." Die UNO-Waffeninspekteure hatten dagegen kritisiert, dass die aufgefundenen Raketen mehr als 150 Kilometer weit fliegen könnten. Chefinspekteur Hans Blix hat den Irak aufgefordert, bis zum Sonnabend mit der Zerstörung der Raketen zu beginnen. Das CBS-Interview werde wegen der komplizierten Übersetzung erst am Mittwochabend (Donnerstag 3.00 MEZ) in voller Länge ausgestrahlt werden, sagte Rather. Das Gespräch sei am Montag in einem Palast in Bagdad aufgezeichnet worden und habe drei Stunden gedauert. Saddam forderte US-Präsident George W. Bush nach CBS-Angaben zugleich zu einem live im Fernsehen und Radio übertragenen Rede-Duell im Stil der Wahlkampf-Debatten auf: "Ich bin bereit, mit Ihrem Präsidenten einen direkten Dialog zu führen." Das Weiße Haus wies den Vorschlag umgehend als nicht ernst zu nehmend zurück.dpa

 

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