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Ausland

Designed by Islam

Ein Besuch des Felsendoms auf dem Tempelberg. Auf das Gelände darf jeder, zur Mittagszeit tummeln sich hier Hunderte von Touristen. Aber rein dürfen die meisten Besucher nicht. Das muss also etwas ganz besonderes sein.

Wir dürfen rein. Zusammen mit einer Gruppe Amerikanern. Vorher müssen sich die Frauen, die keinen knielangen Rock tragen oder etwa Hosen, ein wirklich fußlanges Etwas anziehen. Einen Rock wie ein Bettlaken, den gibt es am Eingang, leihweise. Die Haare müssen wir auch bedecken. Nicht jeder darf in den Felsendom, man braucht Kontakte und Bakshish, Trinkgeld. Von außen sieht der Felsendom erhaben aus, was zu großen Teilen sicherlich an der goldenen Kuppel liegt. Aber von innen? Ein Desaster. Dunkel und in der Mitte des achteckigen Raumes eine Baustelle.

Direkt über dem Felsen, von dem aus Mohammed in dem Himmel aufgefahren sein soll. Ein Stück von dem Felsen ist noch zu sehen, geht aber total unter der Baustelle unter. An der Decke sind ein paar Intarsien, der Teppich ist auch schön bunt. Das ist also neben der Al-Aqsa-Moschee, die auch auf dem Tempelberg steht, der wichtigste Platz für die Muslime in Jerusalem. Der drittwichtigste islamische Platz auf der Welt. Zuerst kommt natürlich Mekka, dann Medina. Unser guide sagt immer wieder: "Best design by the culture of Islam in Jerusalem." Best Design. Er sollte mal unseren Kölner Dom sehen. Gut, aber wie das mit Heiligtümern oder Kirchen eben ist. Sie sind wichtig für den, der daran glaubt. Aber am Schönsten ist wirklich der hellgrün ausgeleuchtete Schrein im Felsendom. Darin sollen zwei Haare von Mohammed liegen. Fake oder doch vom Bart des Propheten?

 

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