Letzte Warnung des Weltklimarates
Jetzt gibt es keine Ausreden mehr
Kommentar
Dieses Jahr steht im Zeichen des Weltklimarates IPCC. Im Februar, April und Mai legte er seine ersten drei Berichte vor und rüttelte damit die Weltgemeinschaft auf. Wer danach immer noch nicht sehen wollte, dass es zum Erhalt eines für die Menschheit erträglichen Klimas fünf vor zwölf ist, wurde vielleicht im Oktober überzeugt, als das Uno-Gremium den Friedensnobelpreis zugesprochen bekam. Nun fasst der Synthesebericht das aktuelle IPCC-Wissen zusammen - gerade rechtzeitig, um nach dem wissenschaftlichen einen politischen Meilenstein im Klimaschutz zu setzen. Denn der wird dringend gebraucht.
Vom 3. bis 14. Dezember werden die 192 Vertragsstaaten der Klimakonvention auf Bali (Indonesien) die Nachfolge des Kyoto-Protokolls verhandeln. Die bisher vereinbarten Minderungen des Treibhausgas-Ausstoßes durch die Industrieländer gelten bis 2012. Damit die Verpflichtungen nahtlos weitergehen, müssen sie 2009 beschlossen werden. Dazu müssen die Verhandlungen jetzt beginnen.
Seit 1997, der Geburtsstunde des Kyoto-Protokolls, hat sich vor allem eines verändert: Die Länder können nicht mehr um wissenschaftliche Grundlagen streiten. Schließlich haben sie die Endfassung des IPCC-Berichts gemeinsam beschlossen. Es gibt also keine Ausrede mehr, wenn es auch auf Bali nicht gelingen sollte, endlich konsequent zu handeln und den Ausstoß von Treibhausgasen ohne zuviel (wirtschafts)politische Rücksichtnahmen deutlich zu senken. Das gilt auch für die USA, die dafür plädierten, die IPCC-Synthese erst 2008 zu präsentieren - nach der Bali-Konferenz.



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