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Ausland

Energie: Gazprom behindert Pipeline-Projekt der EU

"Nabucco" bekommt Konkurrenz von "South Stream"

Hamburg. Nabucco bekommt Konkurrenz. Eigentlich soll durch diese Pipeline, benannt nach Giuseppe Verdis gleichnamiger Oper, Gas aus Zentralasien über die Türkei und Südosteuropa nach Österreich gepumpt werden und die Europäische Union (EU) vom Lieferanten Russland unabhängiger machen. Aber jetzt wartet Moskau mit einem Alternativ-Projekt auf: Der russische Energiekonzern Gazprom und der italienische Energielieferant Eni wollen die Pipeline "South Stream" bauen. Sie soll Gas durchs Schwarze Meer nach Bulgarien und weiter nach Österreich liefern. Wird Nabucco damit überflüssig?

Die EU-Kommisson sieht das nicht so. "Nabucco passt genau in die Zentralasien-Strategie der EU", sagte Christiane Hohmann, Sprecherin von EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner, dem Abendblatt. Dabei gehe es nicht nur um die Entwicklung der Region, sondern auch um die Anbindung an den Westen. "Und Europa muss seine Energiequellen diversifizieren." Und weil die Röhre wichtig ist, wird die Kommission in Absprache mit dem Europa-Parlament heute den früheren niederländischen Außenminister Jozias van Aartsen zum Nabucco-Koordinator ernennen.

Rund 4,6 Milliarden Euro wird der Bau der 3300 Kilometer langen Pipeline schätzungsweise kosten. Von 2011 an könnten bis zu 30 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich aus Aserbaidschan, Iran und Irak gen Westen strömen. Bis spätestens Anfang 2008 soll die Entscheidung über den Bau fallen. Am Konsortium beteiligt sind die Energiegesellschaften OMV (Österreich), MOL (Ungarn), Transgaz (Rumänien), Bulgargaz (Bulgarien) und Botas (Türkei).

"Das Projekt Nabucco geht voran", ist die offizielle Aussage von OMV-Sprecher Thomas Huemer. "Europa braucht jedes Gas, das es bekommen kann." Schließlich steige der Bedarf in der EU von derzeit 500 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr auf 800 Milliarden Kubikmeter im Jahre 2030.

"Die Gazprom-Aktion soll Druck ausüben", sagt dagegen Roland Götz, Russland-Experte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Es gibt aber auch Gerüchte, dass Gazprom sich über den türkischen Partner Botas an dem Projekt beteiligen will. Dann wäre die Unabhängigkeit von russischen Gaslieferungen dahin. Moskau hat sich außerdem in Kasachstan und Turkmenistan Vorräte gesichert - so könnte aber der Rohstoff fehlen, den Nabucco transportieren soll.

 

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