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Ausland

Golf-Krise: London bittet andere Länder um Hilfe

Verschleppte Briten - Tony Blair warnt den Iran

Premier gibt Teheran "nur noch wenige Tage" Zeit zur Freilassung. Matrosen dürfen vorerst nicht besucht werden. Die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen im Zusammenhang mit der Verschleppung von 15 britischen Soldaten im Schatt al-Arab haben sich weiter verschärft und könnten sich zu einer internationalen Krise ausweiten.

Hamburg/London/Teheran. Die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen im Zusammenhang mit der Verschleppung von 15 britischen Soldaten im Schatt al-Arab haben sich weiter verschärft und könnten sich zu einer internationalen Krise ausweiten.

Nachdem britische Diplomaten drei Tage nach dem Vorfall noch immer keine Verbindung zu den Entführten aufnehmen durften, bat London Russland und andere Staaten um Hilfe. Auch der Irak schaltete sich ein. Außenminister Hoschiar Sebari forderte die Freilassung der Briten und bestätigte, die Entführung habe sich in irakischen Hoheitsgewässern ereignet.

Der britische Premier Tony Blair drohte, Iran habe "nur noch ein paar Tage Zeit, eine diplomatische Lösung zu finden". Blair fügte mit Blick auf die Regierung in Teheran hinzu: "Wir haben ihnen eine sehr klare Botschaft zurückgeschickt. Sie sollten nicht den geringsten Zweifel daran haben, wie ernst wir diesen ungerechtfertigten und falschen Akt einschätzen".

Die Marinesoldaten von der Fregatte "HMS Cornwall", darunter eine Frau, waren am Freitag von iranischen Revolutionsgarden mit Waffengewalt verschleppt worden, nachdem sie ein Handelsschiff kontrolliert hatten. Nach Berichten irakischer Fischer wurden die beiden Schlauchboote mit den 15 Briten von iranischen Kriegsschiffen in irakischen Gewässern aufgebracht. Teheran behauptet jedoch, der Vorfall auf dem Grenzfluss Schatt al-Arab habe sich im iranischen Teil abgespielt. Ein Besuch von britischen Diplomaten bei den Soldaten sei erst nach den Verhören möglich.

Der iranische General Ali Reza Afshat teilte mit, die Briten seien nach Teheran zu Verhören gebracht worden. Sie hätten bereits eine "Aggression gegen die Islamische Republik Iran" gestanden.

Der frühere amerikanische Uno-Botschafter John Bolton sagte, die Entführung sei ein Akt Teherans im Zusammenhang mit den Uno-Sanktionen gegen den Iran. Bolton forderte, einen Volksaufstand im Iran auszulösen, um das Mullah-Regime zu stürzen.

Mortesa Saffari, der Kommandeur der iranischen Marine-Einheiten, die die Briten verschleppt haben, drohte den USA im Zusammenhang mit dem Atomkonflikt mit einer "verheerenden Schlacht", sollte Washington militärisch eingreifen. "Wenn Amerika einen Krieg gegen den Iran führt, wird es nicht derjenige sein, der ihn beendet", so Saffari.

Der Verteidigungsexperte des Londoner "Daily Telegraph" schrieb gestern, die britische Abhöranlage in Cheltenham sei auf den Iran gerichtet und laufe "unter Volllast", zugleich sei ein Experte für "revolutionäre Kriegsführung" der Eliteeinheit "Special Air Service" (SAS) an den Golf geflogen, um dem Geheimdienst MI6 zu assistieren.

 

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