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Ausland

Sonne und Strand, Armut und Aids - die Gegensätze am Kap

Für die Südafrikaner hat der Moloch Kapstadt mit seinen rund 4,5 Millionen Einwohnern einen besonderen Stellenwert: Es ist ihre "Mutterstadt". Doch die Stadtkasse ist leer, die Probleme sind wie in fast allen südafrikanischen Großstädten gewaltig. Rings um Kapstadt erstrecken sich die Townships, Wohnsiedlungen, in die die Apartheids-Regierung einst die Schwarzen verbannt hat.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Südafrika (47 Millionen Einwohner) liegt bei 43 Jahren. In den Townships ist sie wesentlich geringer. 800 bis 1000 Menschen in Südafrika sterben jeden Tag an Aids, 2000 infizieren sich täglich. Die Gesundheitsministerin empfiehlt Knoblauch und Rote Bete gegen die Seuche, der frühere Vizepräsident Jacob Zuma, der auch Vorsitzender des Nationalen Aids-Rates war, eine Dusche nach dem Geschlechtsverkehr.

Nirgendwo sonst in Südafrika sind Infektions- und Sterberaten höher, nirgendwo sonst werden auch mehr Gewaltverbrechen registriert als in den Townships.

Die meisten Menschen dort müssen mit 800 bis 1000 Rand (umgerechnet knapp 80 bis 100 Euro) monatlich auskommen. Die Touristen, die von Ferienfliegern wie der LTU mit zweistelligen Zuwachsraten ans Kap geflogen werden, bekommen davon nur selten etwas mit. Für sie ist Südafrika das Land von Sonne, Strand und Surfen. Und vielleicht noch das der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Die allerdings hat für Südafrika, das sich am Scheideweg befindet, mehr als nur symbolische Bedeutung: Wird die WM ein Erfolg, kann sie das Land nach vorne bringen. Scheitert sie, droht das Abgleiten des Landes in politische Instabilität und wirtschaftlichen Niedergang - ein Schicksal, das derzeit in vielen anderen afrikanischen Ländern zu beobachten ist.klg

 

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