Franzosen räumen Hollands Giftmüll in Abidjan
Elfenbeinküste: Sieben Menschen sind bereits wegen der Chemikalien gestorben
ABIDJAN. Im Giftmüllskandal im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste können die betroffenen Einwohner der Stadt Abidjan bald aufatmen: Eine französische Spezialfirma soll am Sonntag mit der Entsorgung der 581 Tonnen Giftmüll beginnen, die im vergangenen August auf mehreren Deponien in und um Abidjan abgeladen wurden. "Wir werden sehr bald von diesen gefährlichen Produkten befreit sein", sagte Premierminister Charles Konan Banny.
Ein von einer niederländischen Firma gecharterter Frachter hatte den hochgiftigen Müll an die Elfenbeinküste gebracht. Bei dem Giftmüll handelt es sich um eine mit Ölrückständen und Chemikalien versetzte Flüssigkeit, mit der zuvor die Tanks des Frachters gereinigt worden waren.
Aufgrund giftiger Dämpfe starben bisher sieben Menschen, 23 wurden in Krankenhäuser eingewiesen. Bis Freitagabend haben sich 30 000 Bewohner der Millionenstadt auf gesundheitliche Schäden untersuchen lassen. Der Chemieabfall enthält laut Experten eine hohe Konzentration Schwefelwasserstoff, der schon in geringer Menge sehr unangenehm riecht - vergleichbar mit faulen Eiern.
Die Gefahr einer Vergiftung durch Einatmen sei knapp einen Monat nach Abladen des Mülls jedoch deutlich gesunken. Eine Gruppe französischer Experten ist zum Schluss gekommen, dass das Grundwasser in Abidjan durch den Müll vermutlich nicht verseucht wurde.
Präsident Laurent Gbagbo versicherte unterdessen, die Verantwortlichen für das Abladen des Giftmülls seien bekannt und würden "für ihr Verbrechen bezahlen". Die Behörden fahnden derzeit nach Tanklastwagen, die die ätzende Flüssigkeit, in der Nacht zum 20. August durch Abidjan transportiert hatten.
Transportminister Innocent Kobenan Anaky trat bereits aufgrund des Giftmüllskandals zurück - darüber hinaus griffen aufgebrachte Bürger Anaky tätlich an und setzten sein Auto in Brand.



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