Libanons Agenten halfen den deutschen Ermittlern
Wie am Schnürchen klappt die Zusammenarbeit zwischen deutschen Ermittlern und dem libanesischen Geheimdienst. Erst halfen die Libanesen bei der Fahndung nach dem ersten mutmaßlichen Kofferbomber in Deutschland. Dann meldete Beirut: Wir halten hier den zweiten Verdächtigen für euch fest. Jihad Hamad war offensichtlich während der Libanonkrise, als der Flughafen Beirut wegen israelischer Luftangriffe geschlossen war, über Syrien auf dem Landweg in die Heimat geflohen.
So kurz ist der Draht der deutschen Ermittler nach Beirut, dass man sich fast schon wundern kann. Vor allem, da sich die libanesischen Sicherheitskräfte gerade in punkto Terrorfahndung nicht durch Effektivität hervorgetan haben.
Seit Ende 2004 hat es im Libanon mehr als ein Dutzend Terroranschläge gegeben, die alle dies eines gemeinsam hatten: Sie wurden nie aufgeklärt, obwohl die rabiaten Verhörmethoden im Zedernstaat berüchtigt sind. Die Terroranschläge, von denen der Libanon in den vergangenen Monaten heimgesucht wurde, hatten nach bisherigen Erkenntnissen alle keinen islamistischen Hintergrund. Sunnitische Extremisten, die das Rückgrat der international operierenden Terrorgruppen bilden, spielen im Libanon keine bedeutende Rolle. Die einzige große Partei, die im Libanon den "Heiligen Krieg" predigt, ist die schiitische Hisbollah, die aber anders als die Sunniten von al-Qaida oder Hisb ut-Tahrir nur gegen Israel kämpft.
Der von Deutschland eingefädelte Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah im Jahr 2004, bei dem Geheimdienstkoordinator Ernst Uhrlau eine wichtige Rolle spielte, lief zwar direkt zwischen den beiden beteiligten Parteien, und nicht über den libanesischen Sicherheitsapparat. Dennoch konnten die Deutschen durch die Aktion bei den Libanesen insgesamt Pluspunkte sammeln.
Da es kein Auslieferungsabkommen mit dem Libanon gibt, wird auf diplomatischem Wege darüber verhandelt, dass Beirut seinen Staatsangehörigen ausliefert - im umgekehrten Fall wäre dies nicht möglich.



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