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Ausland

Bahn-Bomben: Libanese stellt sich und leugnet

Terror: Vater bringt Sohn zur Polizei. Jihad H. wird in Beirut verhört: "Ich bin unschuldig!" Deutsche Justiz fordert die Auslieferung.

Hamburg/Beirut

Dreieinhalb Wochen nach den gescheiterten Attentaten auf zwei Regionalzüge der Bahn ist auch der zweite mutmaßliche Täter gefasst. Der Libanese Jihad H. stellte sich in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli der Polizei - fünf Tage nach der Festnahme seines mutmaßlichen Komplizen Youssuf el-H. in Kiel. Deutschland strebt jetzt eine Auslieferung des 20-Jährigen an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht nach eigenen Angaben davon aus, dass es dabei keine Probleme geben wird. Mit dem Libanon besteht zwar kein Auslieferungsabkommen, dennoch ist eine Auslieferung grundsätzlich möglich. Jihad H. beteuert allerdings seine Unschuld. "Ich bin ein unschuldiger Mann. Ich habe keine Angst", soll er nach Angaben libanesischer Sicherheitskräfte erklärt haben, als er sich der Polizei in Tripoli stellte. Der 20-Jährige habe ruhig und gefasst gewirkt.

Die örtliche Polizei hatte auf einen Tipp der deutschen Sicherheitsbehörden hin vor einer Woche das Haus der Familie H. im Nordlibanon durchsucht, hieß es. H.s Vater, ein ehemaliger Armeesoldat, sei von der Polizei aufgefordert worden, seinen Sohn zur Aufgabe zu überreden. Der junge Mann sei auch von seinem Vater Schahid zu der Polizeiwache gebracht worden.

Schahid H. sagte: "Mein Sohn ist Universitätsstudent und hat nichts mit diesen Dingen zu tun." Andernfalls wolle er seinen Sohn nicht mehr sehen. Beamte der Bundesanwaltschaft reisten gestern am späten Abend nach Beirut, um den Beschuldigten zu vernehmen. Jihad H. soll mit Youssuf el-H. (21) in seiner Kölner Wohnung die Bomben gebaut haben.

Die Ermittler fanden in der Kölner Wohnung von Jihad H. DNA-fähiges Material, Quittungen über Gasflaschen, Kabelteile und Klebeband. Die Sprengsätze explodierten nur wegen eines handwerklichen Fehlers nicht.

Merkel äußerte Erleichterung: "Es war klar, solange der Mann nicht gefasst ist, hätte die Gefahr weiter bestanden." Die Geheimdienste hätten sehr gute Arbeit geleistet. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) lobte die Zusammenarbeit mit dem Libanon. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte jedoch: "Die Bedrohung für unser Land ist damit nicht zu Ende."HA

 

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