Israels Regierung stoppt Armee-Pläne für Bodenoffensive
TEL AVIV. Die israelische Regierung hat sich gestern gegen eine Ausweitung der Angriffe auf die libanesische Hisbollah entschieden. Die Armeeführung hatte dies zuvor als Vorbereitung für eine großangelegte Bodenoffensive vorgeschlagen. Die Einsätze sollten "unverändert" fortgesetzt werden, hieß es nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts.
Justizminister Haim Ramon sagte, Israel sehe sich durch die internationale Libanon-Konferenz in seiner Militäroffensive bestätigt. Das Treffen in Rom habe "faktisch die Erlaubnis" zur Fortsetzung der Militäraktion gegeben. Dem widersprachen EU-Politiker scharf. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD): "Ich sage ganz im Gegenteil, gestern in Rom ist deutlich geworden, daß alle Beteiligten ein schnellstmögliches Ende der Kampfhandlungen wollen." Einen Freifahrtschein für die Fortsetzung der Offensive gebe es nicht. Vor dem Auswärtigen Ausschuß in Berlin sagte Steinmeier, er hoffe, daß sehr schnell eine Einigung auf eine Sicherheitstruppe erfolgen werde.
Erstmals meldete sich auch das Terrornetzwerk al-Qaida in dem Konflikt zu Wort und forderte in einer Videobotschaft zum Kampf gegen Israel auf. Nach einer libanesischen Umfrage heißen 87 Prozent der Befragten den Kampf der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz gegen Israel gut.
Die USA blockierten im Weltsicherheitsrat eine Verurteilung Israels wegen des tödlichen Angriffs auf vier Uno-Beobachter im Südlibanon. Die Verhandlungen im höchsten Uno-Gremium wurden daraufhin unterbrochen.



100. Geburtstag
Axel Springer

Branchenbuch Hamburg




Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages




