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Ausland

Bisher starben fast 500 Menschen . . .

Sicherheitsrat: USA stoppen Verurteilung Jerusalems wegen der Blauhelme - zwei Kinder getötet. Paris und Peking enttäuscht über ergebnislose Uno-Debatte. Australier verlassen Kriegsgebiet.

Beirut/New York. Seit mehr als zwei Wochen liegt der Libanon unter israelischem Dauerbeschuß, die Hisbollah feuert ununterbrochen Raketen auf den Norden Israels. Auch im Gaza-Streifen dauert die israelische Offensive "Sommerregen" an, die Hamas feuert weiterhin Katjuscha-Raketen auf israelische Siedlungen. Fast 500 Menschen wurden bisher in diesem Zwei-Fronten-Krieg getötet. Die jüngsten Opfer sind die achtmonatige Shahd Okal und ihre fünfjährige Schwester Maria. Die beiden palästinensischen Mädchen starben, als eine israelische Panzergranate ihr Elternhaus im nördlichen Gaza-Streifen traf.

Die Nachrichten von immer mehr sterbenden Kindern und der Tod von vier Uno-Blauhelmen bei einem israelischen Angriff auf den Südlibanon haben den Weltsicherheitsrat gespalten. Die USA haben in dem Gremium eine Verurteilung Israels wegen des tödlichen Angriffs auf vier Uno-Beobachter blockiert. Die zehnstündigen Verhandlungen über eine Reaktion des Sicherheitsrats wurden daraufhin ergebnislos abgebrochen und gestern fortgesetzt. Angestrebt wird eine sogenannte Präsidentenerklärung, die im Gegensatz zu Resolutionen nicht bindend ist.

Für die Kritik an Israel hatten sich unter anderen Frankreich und China stark gemacht. Doch die USA stießen sich nach Auskunft von Diplomaten an einer Formulierung, daß der Rat "vorsätzliche Angriffe auf Uno-Personal verurteilt und betont, daß solche Attacken nicht akzeptabel sind". Bei dem Angriff auf einen Uno-Posten im Südlibanon waren ein Österreicher, ein Finne, ein Kanadier und ein Chinese getötet worden. Aus Sicherheitsgründen zog Australien zwölf seiner Soldaten aus dem unmittelbaren Kriegsgebiet ab.

Der französische Präsident des Weltsicherheitsrats, Jean-Marc de la Sablière, äußerte sich enttäuscht über die ergebnislose Debatte in dem Gremium. "Frankreich kann diesen Angriff nur verurteilen", sagte er. Er beweise mehr denn je zuvor, daß die Kämpfe zwischen Israel und den Hisbollah-Milizen umgehend eingestellt werden müssen. Auch China äußerte Empörung.

Der amerikanische Uno-Botschafter John Bolton sagte dagegen, es gebe keinen Grund, an der israelischen Darstellung zu zweifeln, wonach der Beschuß "ein Versehen" gewesen sei. "Wir müssen mit jeder Einordnung sehr vorsichtig sein, bis die Fakten vorliegen", sagte er. Israel will den Vorfall untersuchen.swa, HA

 

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