KABUL. Der Kommandeur des deutschen Kontingents der internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF), Christof Munzlinger, hat vor einer Zuspitzung des Streits um den angeklagten Konvertiten Abdul Rahman gewarnt. Die Sicherheitslage habe sich trotz vieler Erfolge bei der Demokratisierung und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes in den vergangenen zwei Jahren verschlechtert. Während der Hamburger Verfassungsrechtler Ulrich Karpen nicht mit der Todesstrafe für den 41jährigen Afghanen in seiner Heimat rechnet, hat Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) unterdessen ein Machtwort von der afghanischen Regierung gefordert.
"Afghanistan hat die UN-Menschenrechtskonvention unterschrieben. Darin ist die Religionsfreiheit garantiert. Und die gilt für alle", sagte die Politikerin. Die Regierung in Kabul müsse die internationalen Verpflichtungen erfüllen, die sie eingegangen sei. Nach Deutschland und den USA hat sich auch Österreich, das derzeit den EU-Ratsvorsitz hat, in die Bemühungen zur Rettung Rahmans eingeschaltet.
Nach Ansicht von Christof Munzlinger sollte die Situation mit verbalen Attacken gegen die Regierung von Hamid Karsai nicht verschlimmert werden. "Einen zweiten Karikaturenstreit brauchen wir nicht." Die Rechtsstaatlichkeit sei ein "zartes Pflänzchen". Die Regierung in Kabul sollte "eine Chance bekommen, das Problem mit dem Christen-Prozeß selbst zu lösen."
In der Nacht zum Freitag ist derweil nahe der afghanischen Stadt Chaharikar ein Munitionslager explodiert. Zwei Menschen wurden dabei getötet, 45 weitere verletzt. Ob es sich um einen Anschlag oder einen Unfall handelt, ist noch unklar.










