16.09.12

Papst beendet Libanonreise

Friedensbotschaft auf den Trümmern des Bürgerkrieges

In der Abschlussmesse in Beirut warb Papst Benedikt XVI. erneut für Frieden und Versöhnung zwischen Christen und Muslimen.

Beirut. Bei der Abschlussmesse seiner Libanonreise hat Papst Benedikt XVI. die Christen in der Region zu einem entschlossenen Eintreten für den Frieden aufgerufen. Sie müssten ihren Beitrag dazu leisten, den "düsteren Pfad von Tod und Zerstörung" zu verlassen, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag in Beirut. "Ich fordere euch alle auf, Friedensstifter zu sein." Gerechtigkeit und Frieden seien nötig, um eine "brüderliche Gesellschaft" aufzubauen, sagte der Papst weiter.

Bei seiner Ankunft auf dem Gottesdienstgelände jubelten Benedikt XVI. rund 300.000 Gläubige zu. Die Pilger schwenkten kleine Flaggen des Vatikans und des Libanons, als er am Morgen in seinem Papamobil an der Strandpromenade vorfuhr. Die Messe an der "Waterfront" der Mittelmeermetropole war der Höhepunkt und der größte öffentliche Auftritt der dreitägigen Nahost-Reise in den Libanon.

Am Ende der Feier überreichte der Papst den katholischen Kirchenführern der Region das Abschlussdokument einer Bischofssynode über den Nahen Osten. Das Dokument, Ergebnis einer Bischofssynode im Herbst 2010 im Vatikan, enthält Leitlinien für das künftige Wirken der katholischen Kirchen im Nahen Osten. An der Messe nahm auch der libanesische Staatspräsident Michel Suleiman teil, ein maronitischer Christ.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Den Gottesdienst begleiteten hohe Sicherheitsvorkehrungen, noch einmal verstärkt seit den Unruhen wegen des antiislamischen Films "Die Unschuld der Muslime" in der arabischen Welt. Über dem Gelände kreisten Hubschrauber, Soldaten errichteten Straßensperren und patrouillierten durch die Innenstadt. Den Weg zum Veranstaltungsgelände neben dem Yachthafen Beiruts legte Benedikt XVI. im schusssicheren Papamobil zurück. Dabei wurde er von Zehntausenden bejubelt.

In seiner Predigt rief der Papst die Christen im Nahen Osten zum Einsatz für Frieden und Versöhnung auf. Sie müssten in ihrem persönlichen Umfeld und an ihrem Platz in der Gesellschaft als "Diener des Friedens und der Versöhnung" wirken. Zugleich ermutigte Benedikt XVI. die bedrängten Christen im Nahen Osten. Ihr körperliches und seelisches Leiden sei "nicht vergeblich".

Wie bereits am Vorabend bei einer Begegnung mit Jugendlichen wurde der 85-jährige Papst von der Menge begeistert empfangen. Tausende trugen Fähnchen in den Farben des Vatikan und des Libanon. Die Messe feierte der Papst buchstäblich auf den Trümmern des libanesischen Bürgerkriegs: Die "Waterfront" wurde mit dem Schutt zerschossener Häuser aus den Kämpfen von 1975 bis 1990 aufgeschüttet.

Papst-Besuch als "Zeichen der Hoffnung"

Maroniten-Patriarch Bechara Rai nannte den Besuch des Papstes ein Zeichen der Hoffnung in einer Zeit, in der radikale Umbrüche die Sicherheit und Stabilität in der Region gefährdeten. Erneut sprach er von Schwierigkeiten für Christen, im Nahen Osten verwurzelt zu bleiben. Ein "spiritueller Frühling" der Christen müsse dem erwarteten "Arabischen Frühling" vorausgehen, sagte Rai, Oberhaupt der größten christlichen Gemeinschaft im Libanon.

Die Sprachen des Gottesdienstes waren die offiziellen Landessprachen Arabisch und Französisch. Fürbitten wurden aber auch auf Armenisch, Englisch und Griechisch vorgetragen – ein Zeichen, dass es eine Feier für die Menschen der ganzen Region sei. Neben den katholischen Patriarchen des Orients nahmen auch Vertreter der Bischofskonferenzen aus der Türkei und dem Iran teil.

Für den Nachmittag stand ein ökumenisches Treffen mit orthodoxen Patriarchen und Führern anderer christlicher Konfessionen auf dem Programm. Am frühen Abend beendet der Papst seine 24. Auslandsreise und fliegt nach Rom zurück. Benedikt XVI. ist nach Paul VI. 1964 und Johannes Paul II. 1997 das dritte Oberhaupt der katholischen Kirche, das den Libanon besucht.

Mit Material von kna und dapd

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Das Restaurant „Strumhaube“ am Roten Kliff auf Sylt. Hier eskalierte Am Pfingstwochenede eine Party mit rund 3000 Gästen
21.05.13Restaurant Sturmhaube
"Ich kenn Peter" - Nobelparty auf Sylt endet in Schlägereien

Die Polizei musste mit allen verfügbaren Kräften in das Restaurant "Sturmhaube" am Roten Kliff anrücken. Nach einem Facebook-Aufruf waren 3000 Gäste gekommen. Es blieb nicht lange friedlich. mehr...

epa03710276 A man looks through debris for belongings in a home the day after a killer tornado hit in Moore, Oklahoma, USA 21 May 2013. The storm, estimated to contain winds up to 200 miles per hour (322 Kph), flattened homes and schools, killed dozens of people and injured many others 20 May 2013. A previous storm on 04 May 1999 in Moore caused similar damage and loss of life. EPA/ED ZURGA +++(c) dpa - Bildfunk+++
21.05.13US-Bundesstaat Oklahoma
Tornado hinterlässt Trümmerfeld und tötet 24 Menschen

Mit gigantischer Wucht fegt ein Tornado über eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Oklahoma. Viele Menschen sterben, unter ihnen Grundschulkinder. Präsident Obama spricht von einer historischen Katastroph… mehr...


Im Hamburger Hafen gilt jetzt ein Tempolimit
21.05.13Neue Regelung
Im Hamburger Hafen gilt jetzt Tempolimit von zehn Knoten

Laut Hafenbehörde HPA gilt die neue Regelung ab sofort. Bislang gab es im Hafengebiet nur eine verbindliche Höchstgeschwindigkeit für Sportboote von zwölf Knoten. mehr...


Die neue Spielekonsole Xbox One von Microsoft
21.05.13Internet und Videospiele
Microsoft stellt neue Spielekonsole Xbox One vor

Mit der neuen Version seiner Spielekonsole Xbox will Microsoft Fernsehen, Internet und Videospiele in einem einzigen Gerät bündeln. Die Xbox One soll für "eine neue Generation im Wohnzimmer" stehen. mehr...

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
USA
Barack Obama verspricht Hilfe für Tornado-Opfer

Einen Tag nach der Tornado-Katastrophe gingen in Moore im US-Bundesstaat Oklahoma die Aufräumarbeiten weiter. Präsident Barack Obama rief…mehr »

Top Bildergalerien mehr

Monster-Tornado in Oklahoma

Handball

HSV Hamburg schlägt die Füchse Berlin

Rothenburgsort

Reh vor dem Ertrinken gerettet

Fußball

HSV-Neuzugang Hakan Calhanoglu

Highlights
rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr

rb_webcam_926043a.jpg
Webcams

Besuchen Sie online die schönsten Orte der Welt. mehr