Syrien
Sondervermittler Brahimi zu Gesprächen in Damaskus
Die Krawalle in den arabischen Staaten könnten negative Folgen für die syrische Revolution haben. Denn der Konflikt gerät aus dem Fokus.
Damaskus/Beirut. Der neue Syrien-Sondervermittler Lakhdar Brahimi ist am Donnerstag in Damaskus eingetroffen, wo er in den kommenden Tagen mit Regierungsvertretern und Oppositionellen sprechen will. Einen Plan für ein Ende des seit eineinhalb Jahren andauernden Konflikts will Brahimi erst vorlegen, wenn er mit allen Parteien gesprochen hat. Mit einem schnellen Durchbruch rechnet er aber nicht. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi rief indes den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad erneut zum Rücktritt auf. "Es gibt keinen Platz für einen Präsidenten, der die eigenen Leute umbringt", sagte er am Donnerstag nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel.
"Wir sind alle gegen das, was das Regime in Syrien tut", sagte Mursi. Die Mitglieder des von ihm gegründeten "Syrien-Quartetts" (Ägypten, Türkei, Iran, Saudi-Arabien) wollten sich in Kürze erneut treffen, um zu prüfen, wie die Gewalt beendet werden könne. "Wir denken, dass wir einen Regimewechsel brauchen. Ich glaube, dass wir konkretes Handeln und Nachdruck und Geduld brauchen, damit das syrische Volk über die eigene Zukunft entscheiden kann."
+++ Uno-Syrienhilfe unterfinanziert – Brahimi fordert Einigkeit +++
Die syrischen Regierungstruppen töteten indes bei einer Razzia in der Provinz Aleppo einen ehemaligen Parlamentarier. Aktivisten berichteten, Ahmed al-Turk sei in seinem Haus in der Ortschaft Harasta erschossen worden. Einen Sohn des Politikers hätten die Soldaten abgeführt. Landesweit starben nach Angaben der Opposition am Donnerstag 36 Menschen. Die meisten Opfer soll es in Aleppo gegeben haben.
Die syrische Zeitung "Al-Watan" veröffentlichte erstmals offizielle Daten zur Zahl der Vertriebenen. Danach leben aktuell mehr als 300 000 Familien in Notunterkünften. Viele von ihnen seien in Schulgebäuden untergebracht, weshalb der Unterricht nach den Sommerferien in vielen Bezirken nicht habe beginnen können. Außerhalb Syriens halten sich derzeit rund 257 000 Flüchtlinge auf.















