Präsidentschaftswahlen
Angolanischer Präsident Dos Santos kann weiter regieren
Partei des Staatschefs erhält bei Parlamentswahl rund 75 Prozent. Wahlbeobachter sprechen von Manipulation: Wahlen weder frei noch fair.
Luanda. In Angola bleibt politisch in den nächsten Jahren alles beim Alten. Bei der Parlamentswahl in dem südwestafrikanischen Land kam die Regierungspartei MPLA von Präsident Eduardo dos Santos, der nun schon seit 33 Jahren in Angola regiert, auf 74 Prozent der Stimmen. Das teilte die Wahlkommission am Sonntag nach Auszählung von 73 Prozent der Stimmen mit. Die Oppositionsparteien UNITA und CASA-CE kamen auf 18 beziehungsweise 4,6 Prozent. Beide Parteien kritisierten die Wahl, die weitgehend ruhig verlief und gut organisiert schien, aber weder frei noch fair.
+++Angolas Staatschef kann es auch mit 70 nicht lassen+++
Dem schloss sich ein Beobachter der südafrikanischen Initiative für eine offene Gesellschaft, Elias Isaac, mit einer sarkastischen Bemerkung an: Er sei überrascht, dass die MPLA angesichts der Manipulation nicht 90 Prozent der Stimmen erhalten habe, sagte er. Gegenüber 2008 hat die MPLA nach dem vorläufigen Ergebnis acht Prozent verloren.
Für Angola war es erst die zweite Wahl in 20 Jahren. Rund 9,7 Millionen Wähler ließen sich registrieren, um 220 Abgeordnete zu wählen. Dos Santos wurde noch nie direkt gewählt; Präsidentschaftswahlen wurden wiederholt verschoben. Im vergangenen Jahr änderte die Regierung die Verfassung, sodass der Spitzenkandidat der siegreichen Partei automatisch Präsident wird.
Seit dem Ende des verheerenden Bürgerkriegs zu Beginn des Jahrtausends gehört Angola zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Das Land ist nach Nigeria der zweitgrößte Ölproduzent im südlichen Afrika. Gleichzeitig leben noch immer 87 Prozent der Städter in Elendsvierteln, wo sie häufig keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Mehr als ein Drittel aller Angolaner lebt unterhalb der Armutsgrenze.
Mit Material von dapd















