30.08.12Gipfeltreffen
Uno-Klimakonferenz in Bangkok gestartet
Nachdem die letzte Uno-Klimakonferenz in New York mit einem Eklat zu Ende gegangen war, kommen die Verhandler nun in Bangkok zusammen.
Von abendblatt.de
Foto: dpa/DPA
Sinnbild für den Klimawandel: schmelzende Eisberge in Grönland. Heute startet die UN-Klimakonferenz in Bagkok
Bangkok. Klimaverhandler aus aller Welt sind in Bangkok am Donnerstag in eine neue Vorbereitungsrunde für den Klimagipfel Ende des Jahres in Katar gestartet. In den kommenden sieben Tagen wollen Regierungsvertreter aus mehr als 150 Ländern unter anderem mehr Klarheit über das genaue Verhandlungsmandat für einen neuen, weltweit verbindlichen Uno-Klimaschutzvertrag schaffen. Er soll in Katar angeschoben und 2015 verabschiedet werden.
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Verhandelt wird nach Angaben von Teilnehmern auch über die genauen Eckpunkte der nächsten Phase des Kyoto-Protokolls. Die erste Phase läuft Ende 2012 aus. Darin hatten sich teilnehmende Industriestaaten zu Reduzierung der Treibhausgase um fünf Prozent verpflichtet. Für die zweite Phase, die in Doha beschlossen werden soll, sind ehrgeizigere Minderungsziele vorgesehen.
Pazifik-Inselstaaten wollen nur fünf Jahre Laufzeit. Sie hoffen, danach noch striktere Auflagen für Industrieländer zu erreichen. Industriestaaten wollen eine Laufzeit von acht Jahren, um die Zeit bis 2020 zu überbrücken, wenn der neue Weltklimaschutzvertrag in Kraft treten soll. Konkrete Klimaschutzversprechen einzelner Länder sind in Bangkok nicht zu erwarten. "Jeder pokert hier", sagte ein Delegierter.
Die zweiwöchige Umweltkonferenz der Uno ist in New York im Frühjahr war mit einem Eklat zu Ende gegangen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) verweigerte dem Schlussdokument der Kommission für Nachhaltige Entwicklung (CSD) im Namen der Europäischen Union die Zustimmung. "Die EU bedauert zutiefst, dass sich die CSD nicht auf höhere Ziele zum Klimaschutz, zur Energiegewinnung und industriellen Entwicklung einigen konnte", hieß es in einer Stellungnahme von Gabriel und dem Europäischen Umweltkommissar Stavros Dimas.
Mit Material von dpa
Um die Solarförderung ist fast wie früher um die Atomkraft eine Art Glaubenskrieg entbrannt. Eine Übersicht über die wichtigsten Pro- und Kontra-Argumente:
Im Sommer, aber auch jetzt im Winter senkt Solarstrom gerade bei hohen Verbrauchsspitzen in den Mittagsstunden den Börsenstrompreis.
Die Photovoltaik hat laut Bundesnetzagentur mitgeholfen, die Stilllegung von acht Atomkraftwerken aufzufangen.
Die kurzfristige Mehrbelastung durch die Förderung macht sich langfristig durch stabilere Strompreise bezahlt, denn es werden schon jetzt Importkosten für immer teurer werdende Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle in Milliardenhöhe vermieden.
Es gibt bereits 150.000 Jobs in dem Bereich, laut Solarwirtschaft wurden 2010 Steuermehreinnahmen von 1,45 Milliarden erzielt.
Es werden bereits rund 12,5 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart, betont die Solarwirtschaft.
Die meisten Förderkosten sind Altlasten, durch enorme Kosten- und Fördersenkungen werde die über den Strompreis zu zahlende Solarumlage von knapp zwei Cent bis 2016 nur noch um 1,8 Prozent steigen, der Strommixanteil aber um bis zu 70 Prozent auf 6,8 Prozent zulegen.
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme betont, umweltschädliche Subventionen kosteten den Steuerzahler 48 Milliarden Euro pro Jahr, während die kumulierten Solarförderkosten von 2000 bis 2011 nur 22 Milliarden Euro ausmachten.
Die Energieform steht bei den Kosten kurz vor dem weltweiten Durchbruch, mit riesigen Exportchancen für Deutschland.
Sonnenstrom hatte 2011 erst einen Anteil von rund drei Prozent am Strommix. In Deutschland gibt es je nach Region im Schnitt meist nur 1000 Sonnenstunden im Jahr. Für Konzerne wie RWE ist Solarenergie in Deutschland daher so sinnvoll wie Ananas züchten in Alaska.
Die Vergütungszahlungen belaufen sich auf fast acht Milliarden Euro pro Jahr. Daher ist Solarenergie für die Bürger, die die Förderung über den Strompreis zahlen, die mit Abstand teuerste Ökoenergie-Art.
Das Stromnetz ist bisher noch nicht fit für immer mehr Solarstrom, der Chef der Deutschen Energie-Agentur, Stephan Kohler fordert, dass der Ausbau mit dem Netzausbau Hand in Hand gehen müsse.
Der in einer Mietwohnung lebende Billiglöhner aus Berlin-Marzahn finanziert durch die im Strompreis eingepreiste Solarumlage dem Zahnarzt am Starnberger See die Rendite für seine Solar-Dachanlage.
Die auf 20 Jahre garantierten Förderkosten können sich am Ende auf mehr als 100 Milliarden Euro summieren. Statt Hilfe zur Markteinführung habe sich die Förderung in eine gewaltige Dauersubvention verwandelt.
Der nur wenige Stunden am Tag verfügbare Solarstrom ist mangels Stromspeichern die mit Abstand ineffizienteste Stromgewinnungsform.
70 bis 80 Prozent der Module kommen inzwischen aus China. Angesichts des Preisdrucks müssen unabhängig von der Förderhöhe viele deutsche Unternehmen ums Überleben kämpfen, während die Verbraucher mit Milliardenzahlungen Chinas Solarindustrie aufpäppeln. (dpa)