29.08.12

Syrien

Assad spricht von "Säuberung" des Staates

In einem Interview hat Assad seine Landsleute aufgefordert, sich am Kampf zu beteiligen. Die Kämpfe würde noch "eine Weile dauern".

Foto: AFP
Syriens Präsident Baschar al-Assad in einem Interview des regimetreuen syrischen TV-Senders Al-Dunja
Syriens Präsident Baschar al-Assad (r.) in einem Interview des regimetreuen syrischen TV-Senders Al-Dunja

Damaskus/Istanbul. Syrien kämpft nach Aussage von Präsident Baschar Assad eine "regionale und globale Schlacht". Diese zu gewinnen, werde aber noch einige Zeit dauern, sagte Assad am Mittwoch im Interview des regimetreuen syrischen TV-Senders Al-Dunjaeines. Al-Assad hat seine Landsleute aufgefordert, sich aktiv am Kampf gegen die Revolutionäre zu beteiligen. "Wer ein echter Nationalist ist, der läuft jetzt nicht weg." Jeder müsse die "Helden" der Armee in dieser "Schlacht des Willens" unterstützen. Ausschnitte des Interviews, das am Mittwochabend in voller Länge ausgestrahlt werden sollte, wurden vorab veröffentlicht. Assad, der während der Aufzeichnung scherzte und lachte, sprach von einer "Säuberung des Staates".

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Assad deutete an, dass der Kampf gegen die "Terroristen" noch eine Weile andauern werde. "Wir kommen aber voran", betonte er. Ein Regimegegner in der Provinz Aleppo kommentierte Assads Auftritt mit den Worten: "Man hat das Gefühl, der Mann lebt in einem anderen Universum."

Die in Frankreich ansässige Oppositionelle Basma Kadhmani erklärte unterdessen ihren Austritt aus dem Syrischen Nationalrat (SNC). Das Oppositionsbündnis habe die Hoffnungen und berechtigten Erwartungen der Revolutionäre in Syrien enttäuscht, erklärte sie. Kadhmani hatte das Gesicht des SNC als Sprecherin und Mitglied des SNC-Exekutivkomitees stark geprägt.

Aktivisten meldeten, eine Revolutionsbrigade habe am Mittwoch den Militärflughafen Taftanas in der Provinz Idlib mit Granaten angegriffen. Am Morgen sollen landesweit zwölf Kämpfer und Zivilisten getötet worden sein. Am Vortag hatte die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter mehr als 200 Tote gezählt.

In Syrien kämpfen Rebellen derzeit für den Sturz Assads, der seinem Vater Hafis 2000 nachfolgte. Dieser hatte das Land zuvor bereits rund 30 Jahre mit harter Hand regiert. Nach zunächst friedlichen Protesten im vergangenen Jahr entwickelte sich der Konflikt in Syrien mittlerweile zu einem Bürgerkrieg, in dem nach Oppositionsangaben mindestens 20.000 Menschen ums Leben kamen.

Die große Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Militärintervention in Syrien. Fast zwei Drittel (64 Prozent) wollen laut einer "stern"-Umfrage nicht, dass der Westen mit militärischen Mitteln in den Bürgerkrieg eingreift. Nur 30 Prozent halten einen derartigen Einsatz für sinnvoll. Gegen eine Militärintervention sind vor allem die über 45-Jährigen. Die Jüngeren können sich dies eher vorstellen. Zuletzt hatten US-Präsident Barack Obama und Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande dem Assad-Regime mit einem Militärschlag gedroht, sollte es chemische Waffen gegen die Aufständischen einsetzen.

Mit Material von dpa, dapd und epd

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