22.08.12

US-Wahlkampf

Nach Vergewaltigungs-Aussage: Romney ruft Akin zu Rückzug auf

Doch der Spitzenkandidat der Republikaner versucht bislang vergeblich, den radikalen Kandidaten für Missouri zum Aufgeben zu bewegen.

Foto: dapd/DAPD
Stolpert er über "Rapegate"? Der republikanische Kandidat für den US-Senat in Missouri, Todd Akin, steht nach umstrittenen Aussagen zu Schwangerschaften nach Vergewaltigungen unter Druck
Stolpert er über "Rapegate"? Der republikanische Kandidat für den US-Senat in Missouri, Todd Akin, steht nach umstrittenen Aussagen zu Schwangerschaften nach Vergewaltigungen unter Druck

Washington. Nach den umstrittenen Äußerungen des US-Republikaners Todd Akin zu Vergewaltigungen hat der designierte Präsidentschaftskandidat Mitt Romney den erzkonservativen Parteifreund am Dienstag zur Rücknahme seiner Senatsbewerbung aufgefordert.

Akin, der in Missouri für den US-Senat kandidiert, solle aus dem Rennen aussteigen, sagte Romney am Dienstag. Akin sperrt sich jedoch entschieden dagegen. Er entschuldigte sich zwar für seine Äußerungen, sagte aber zugleich, er habe sich lediglich falsch ausgedrückt - und das sei kein Grund, um aus dem Ring zu steigen.

Akin hatte am Sonntag dem Sender KTVI-TV gesagt, nach dem, was er von Ärzten höre, seien Schwangerschaften nach Vergewaltigungen selten. Im Falle "legitimer Vergewaltigungen" hätten Frauen Möglichkeiten, eine Schwangerschaft zu verhindern, sagte Akin weiter. Dann verfüge der weibliche Körper über Wege, "zu versuchen, die ganze Sache außer Betrieb zu nehmen". Die demokratische Gegenkandidatin Akins in Missouri, die Senatorin Claire McCaskill, hatte die Äußerungen als beleidigend bezeichnet. Es sei unvorstellbar, wie jemand so ignorant sein könne, sagte sie.

Auch führende Parteikollegen Akins in Missouri forderten prompt einen Ausstieg aus dem Senatsrennen und erklärten, eine Entschuldigung reiche nicht aus. Sogar Romney legte dem derzeitigen Abgeordneten nahe, "zu überlegen, welcher Kurs im besten Interesse unseres Landes liegt". Seine Parteifreunde in Missouri hätten ihn zum Rückzug aufgerufen, "und ich glaube, er sollte ihren Rat annehmen", hieß es in einer Mitteilung des Spitzenkandidaten. Sogar die Tea Party verlangt seinen Rückzug.

+++ "Legitime Vergewaltigung"? +++

Nach der Kritik entschuldigte sich Akin und erklärte: "Vergewaltigung ist nie legitim. Es ist ein bösartiger Akt, begangen von gewalttätigen Raubtieren. Ich habe die falschen Worte auf die falsche Weise benutzt." Akin gab sich zunächst kampfbereit, erschien aber nicht als geladener Interviewgast in der populären Sendung des CNN-Talkmasters Piers Morgan. Die Kamera zeigte einen leeren Stuhl. Morgan nannte Akin in der Sendung "eine feige, kleine Knalltüte".

Mit Material von dpa und dapd

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