Prozess in Moskau
Angeklagte Band Pussy Riot: "Wir gewinnen sowieso"
Am Freitag fällt wohl das Urteil. Kritik aus vielen Ländern. Die drei Fauen hatten einen brachialen Kurzauftritt in einer Kathedrale gegeben.
Moskau. Mit Spannung wird das Urteil gegen die russische Punkband Pussy Riot am Freitag erwartet. Jetzt haben sich die drei angeklagten jungen Frauen siegessicher gezeigt.
"Ganz egal wie das Urteil lautet: Wir und Ihr gewinnen sowieso", schrieb Nadeschda Tolokonnikowa (22) am Donnerstag nach Angaben ihres Anwalts Mark Fejgin aus der Untersuchungshaft an ihre Unterstützer.
"Wir und Ihr gestalten derzeit eine große und wichtige politische Bewegung, und Putins System kann immer schwieriger damit umgehen", hieß es. Den Frauen drohen nach einem Protest gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche mehrere Jahre Haft. Das Urteil soll an diesem Freitag fallen.
+++ Pussy Riot geben mutige Erklärung ab - Urteil vertagt +++
+++ Pussy Riot erhebt schwere Vorwürfe gegen Richterin +++
Musiker wie Sting, Madonna oder die Red Hot Chili Peppers haben sich besorgt über den Prozess gezeigt, Amnesty International forderte die Freilassung der Frauen. In Deutschland haben 121 Abgeordnete aller Bundestagsparteien in einem Brief an den russischen Botschafter in Berlin gegen eine drohende Haft protestiert. Auch die USA äußerten sich kritisch.
Die drei Frauen im Alter von 22, 24 und 30 Jahren hatten im Februar die Christ-Erlöser-Kathedrale der russisch-orthodoxen Kirche gestürmt – das größte Gotteshaus in Moskau, das die Gläubigen als heiligen Ort verehren. In einem brachialen Kurzauftritt mit Sturmhauben und kurzen Röcken hatten sie die Jungfrau Maria um Erlösung von Putin angerufen. Damit wollten sie nach eigenen Angaben gegen die Unterstützung der Regierung durch die orthodoxe Kirche protestieren.
Mit Material von dpa















