15.08.12

X-51A Waverider

7000 Kilometer pro Stunde: USA testen Hyperjet

Mit neuer Technologie hoffen die US-Militärs auf ein Waffensystem, mit dem jeder Punkt der Welt in kürzester Zeit erreichbar wäre.

Foto: dpa

Die USA haben einen neuen Versuch gestartet, einen Flugkörper mit sechsfacher Schallgeschwindigkeit zu testen

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Los Angeles. US-Militärs testen ein Fluggerät mit sechsfacher Schallgeschwindigkeit. Der Hyperschalljet X-51A Waverider (Wellenreiter), der gemeinsam mit der Flugzeughersteller Boeing entwickelt wurde, soll zumindest wenige Minuten lang eine Geschwindigkeit von rund 7000 Kilometer pro Stunde erreichen – damit wäre die Strecke London-New York in rund einer Stunde zurückzulegen.

Wie die "Washington Post" unter Berufung auf einen Militärsprecher berichtete, begann der Test am Dienstag (Ortszeit) auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards Air Force in Kalifornien. Demnach stieg ein B-52 Bomber mit dem Hyperschall-Vehikel unter den Tragflächen auf.

Wenig später sollte der Experimentalflieger abgekoppelt werden und selbstständig an Fahrt gewinnen – bis zur Höchstgeschwindigkeit von Mach 6. Der Flug des Minijets – der die Bezeichnung "Wellenreiter" erhalten hat, da er auf den durch seine hohe Geschwindigkeit erzeugten Schockwellen reitet und dadurch noch mehr beschleunigt - sollte nicht länger als 300 Sekunden dauern. Danach sollte er kontrolliert in der Luft zerstört werden. Allerdings lagen zunächst keine Angaben vor, ob der Test gelungen ist. Zwei vorangegangene Tests wurden wegen technischer Probleme vorzeitig abgebrochen.

Die "Scramjet"-Technik könnte blitzschnelle Militärschläge aus der Luft möglich machen – wenn die Entwickler die technischen Probleme lösen. Eine Beförderung von Passagieren ist beim derzeitigen Stand der Technik allerdings eher Zukunftsmusik.

Nach einer Beschleunigung soll das Gerät derart schnell fliegen, dass die an seiner Vorderseite eintretende Luft im Inneren des stromlinienförmigen Fluggerätes ganz von alleine extrem stark verdichtet wird. Der in diesem Luftstrom gezündete Treibstoff beschleunigt den Flugkörper dann weiter.

Diese "Scramjet"-Technik arbeitet nach dem seit langer Zeit bekannten Prinzip des Staustrahl-Triebwerkes. Dieses kommt mit viel weniger Teilen aus als herkömmliche Turbinen. Im Grunde handelt es sich um eine sich selbst beschleunigende Düse. Das ältere Modell "X-43" erreichte mit diesem "Scramjet"-Prinzip (supersonic-combustion ramjet) 2004 bereits eine Geschwindigkeit von rund Mach 10 – etwa 11.000 Kilometer pro Stunde.

In den Turbinen eines Verkehrsflugzeuges hingegen sorgen die vorne für jedermann gut sichtbaren Turbinenschaufeln dafür, dass die Luft angesaugt und im Inneren stark verdichtet wird, um den Vortrieb zu erzeugen. Die X-51 wird von Boeing und der Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) vorangetrieben, der Forschungsabteilung des US-Militärs. (dpa)

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