Kuba
Zahlreiche Festnahmen bei Trauerfeier für Regimekritiker
Mehrere Dissidenten wurden bei der Trauerfeier für Paya und Cepero festgenommen. Papst bekundet Beileid für die Angehörigen der Opfer.
Havanna/Vatikanstadt. Bei der Trauerfeier für die beiden kubanischen Regimekritiker Oswaldo Paya Sardinas und Harold Cepero Escalante in Havanna sind offenbar zahlreiche Dissidenten festgenommen worden. Die Mehrzahl sei inzwischen wieder auf freiem Fuß, berichtete eine Sprecherin der kubanischen Menschenrechtsorganisation CCDHRN am Mittwoch. Papst Benedikt XVI. hat den Angehörigen der verunglückten Dissidenten sein Beileid bekundet.
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Sicherheitskräfte hätten rund 50 Dissidenten beim Verlassen der Kathedrale von Havanna im Anschluss an die Zeremonie am Vortag vorübergehend mitgenommen. Unter den Festgenommenen befand sich nach eigenen Angaben auch der prominente Bürgerrechtler Guillermo Farinas; er berichtete von Schlägen der Polizei während der Aktion. Die beiden prominenten Menschenrechtler Paya und Cepero waren am Sonntag bei einem Autounfall im ostkubanischen Bayamo ums Leben gekommen. Der 60-jährige Paya war als Vorsitzender der illegalen Oppositionspartei "Christliche Befreiungsbewegung" einer der bekanntesten kubanischen Regimekritiker. Payas Familie bezweifelt, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe. Ein anderes Auto habe versucht, das Fahrzeug der Menschenrechtler von der Straße zu drängen. Paya wurde 2002 mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet.
Papst Benedikt XVI. bekundete den Angehörigen sein Beileid und sprach von einem "tragischen Vorfall", heißt es in einem vom Vatikan veröffentlichten Telegramm. Der Papst teile das Leid der Verwandten und Freunde und bete für die Verstorbenen. Das vom vatikanischen Innenminister Erzbischof Angelo Becciu unterzeichnete Schreiben wurde bei der Totenmesse für die beiden Bürgerrechtler am Dienstag (Ortszeit) in Havanna verlesen. Die Zeremonie leitete der Erzbischof der kubanischen Hauptstadt, Kardinal Jaime Ortega.
Benedikt XVI. hatte Kuba Ende März besucht. Mit Dissidenten war er ebenso wie 1998 sein Vorgänger Johannes Paul II. während seiner Reise nicht zusammengekommen. Der Papst mahnte während seines Besuches jedoch wiederholt eine Achtung der Menschenrechte sowie einen sozialen Wandel auf Kuba an.
US-Präsident Barack Obama hat die Festnahme etlicher Oppositioneller kritisiert. Die Polizeiaktion zeige, dass in dem Staat ein Klima der Unterdrückung herrsche, erklärte Obamas Sprecher am Mittwoch in Washington. Die Regierung in Havanna müsse international anerkannte Grundrechte wie die Meinungsfreiheit respektieren.














