23.07.12

Syrien

Straßenkampf in Damaskus bedroht Versorgung der Syrer

Die Zahl der Flüchtlinge steigt dramatisch. Allein in den vergangenen beiden Tagen sollen sich 30 000 Syrer in den Libanon gerettet haben.

Foto: AFP
Soldaten des Regimes beschießen Stadtteile von Damaskus
Soldaten des Regimes beschießen Stadtteile von Damaskus

Beirut/Kairo. Kampfhubschrauber kreisen über Damaskus und feuern Raketen ab. Haubitzen schießen von den Anhöhen Granaten, Panzer rasseln durch die Straßen. Mitten im Wohngebiet liefern sich Freischärler in Jeans mit Schnellfeuergewehren und Panzerfäusten heftige Kämpfe mit dem Militär. Seit die syrischen Aufständischen Machthaber Baschar al-Assad ernsthaft in Bedrängnis bringen, sind einige Bezirke der Hauptstadt zur Kampf- und Todeszone geworden.

Die Menschen verschanzen sich in ihren Häusern und Wohnungen - oder wagen die Flucht. Knapp 50 Kilometer sind es von Damaskus bis zur libanesischen Grenze. Allein in den vergangenen beiden Tagen sollen sich 30 000 Syrer in den Nachbarstaat gerettet haben, berichtet die Beiruter Tageszeitung "Daily Star". Noch einmal so viele könnten schon vorher da gewesen sein. Über eine Viertelmillion Syrer dürften seit Beginn der Aufstände vor mehr als 16 Monaten das Land verlassen haben. Rund 140 000 flüchteten sich nach Jordanien, mehr als 40 000 in die Türkei. Rund eine Million der 21 Millionen Syrer sind nach Schätzungen des Uno-Hilfswerks UNHCR Flüchtlinge im eigenen Land.

+++ Gegenoffensive in Damaskus: Assads Truppen greifen durch +++

+++ Schüsse und Explosionen: Der Kampf um Damaskus +++

Der Krieg in Damaskus ruiniert die Infrastruktur. Bei Sommertemperaturen von 40 Grad fällt der Strom aus, die Wasserversorgung bricht zusammen. "Viele Geschäfte haben geschlossen. Alles ist teurer geworden", stellt Jean-Marie Falzone, Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Beirut, fest. "Es fehlt an Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Medikamenten und Milch für Kinder." Für rund 1,5 Millionen Syrer ist die Versorgungslage durch die eskalierenden Kämpfe prekär geworden, schätzt das Rote Kreuz.

Seit Beginn des Konflikts sind in Syrien nach Angaben von Aktivisten mehr als 19 000 Menschen umgekommen. Allein in diesem Monat seien 2752 Menschen getötet worden, teilte die Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die EU-Außenminister wollen bei ihrem Treffen heute weitere Strafmaßnahmen beschließen. Zwischen 20 und 30 Personen sowie zwei bis drei Firmen oder Organisationen sollten neu auf die Sanktionsliste gesetzt werden, kündigten EU-Diplomaten an. Es ist das 16. Mal, dass die EU die Sanktionen verschärft. Das Geld der syrischen Zentralbank auf europäischen Konten ist eingefroren.

(dpa/HA)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Dunkle Wolken über der Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg. Heute wird in der Bürgerschaft über den Weiterbau entschieden.
08:03Elbphilharmonie
Hamburgs Politiker waren wie Freier auf St. Pauli

Hamburgs Bürgerschaft entscheidet über eines der umstrittensten Steuergelder-Gräber Deutschlands – den Weiterbau der Elbphilharmonie. Die Kosten sind von 77 auf 789 Millionen Euro gestiegen. mehr...

Barack Obama
Aktualisiert vor 18 MinutenLiveticker
Obama wird atomare Abrüstung vorschlagen

US-Präsident Barack Obama, Ehefrau Michelle und ihre Töchter Sasha und Malia sind in Berlin. Verfolgen Sie den ersten offiziellen Besuch der Familie in Deutschland im Liveticker. mehr...

Nordfriesische Inseln - Sylt
19.06.13 HAMissbrauch auf Sylt?
Lehrer wollte Schüler mit Energy-Drinks gefügig machen

Der Pädagoge des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Sinstorf wurde sofort beurlaubt. Die Schulbehörde spricht von "ernst zunehmenden Vorwürfen". Das Landeskriminalamt ermittelt. mehr...


Richard Golz, hier bei einem Benefiz-Spiel, wechselt zu Hertha BSC Berlin
07:19Interview mit Richard Golz
"Arnesen hat sich nicht so richtig gekümmert"

Der ehemalige HSV-Torwart erzählt, warum er zu Hertha BSC Berlin wechselt. An seinem bisherigen Arbeitgeber hat der Nachwuchstrainer Kritik zu üben. mehr...

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Sport
HSV bietet Santa Cruz Zwei-Jahres-Vertrag

Roque Santa Cruz soll der neue Top-Stürmer beim HSV werden und mit einem bis Sommer 2015 datierten Vertrag ausgestattet werden.mehr »

Top Bildergalerien mehr
Konzert

Depeche Mode live in Hamburg

Massenproteste in Brasiliens Großstädten

Rathaus

Sommerfest der Bürgerschaft

Brandstiftung

Autobrände in Schnelsen

Hamburg Guide mehr
Weitere Dienste alle Dienste
Highlights
rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr

rb_webcam_926043a.jpg
Webcams

Besuchen Sie online die schönsten Orte der Welt. mehr